my drums is like my wife

Mai 1, 2020

Allseits schöne & zuversichtliche Erinnerungen an Tony Allen:

>>Brian Eno bezeichnete ihn als den einflussreichsten Schlagzeuger der Musikgeschichte, Damon Albarn sagt, er habe mit ihm das Tanzen erlernt.<<
Der Bund/Bern

>>Hocketing wird die Technik des polyrhythmischen Trommelns genannt: Gegenläufige Rhythmen fusionieren zum treibenden Beat. Als Jugendlicher hatte der nigerianische Drummer Tony Allen seinen US-Jazzkollegen Max Roach gehört und dessen Stil mit Mambo- und Highlife-Elementen seinem Temperament angeglichen. Von 1967 bis 1979 war er Mitglied in Fela Kutis Ensemble, seither veröffentlichte Allen als Bandleader Alben. Was auf ihn einprasselte, reicht für sieben Leben: Flucht vor den Machthabern nach Ghana 1968, chaotische US-Tourneen, zeitweilige Rückkehr nach Lagos, Emi­gra­tion nach Paris 1983. Armut in Frankreich, wo er als Flüchtling nur geduldet war, bis zur Wiederentdeckung auf dem Dancefloor Ende der Neunziger und Mitwirkung an Damon Albarns Projekt The Good, the Bad & the Queen.<< Julian Weber in der taz

Bei Tony Allen denke ich ganz schnell auch Geschichten von Christian Prommer, deswegen hier auch Megalohs „Regenmacher“:

Ich höre mir das „Black Voices“ Album von 1999 an, weil es meine erste bewusste Begegnung mit Mr. Allen war, die „Eager Hands And Restless Feet – The Best Of Tony Allen“ direkt hinter her (das war meine zweite CD). Und zum Schluss noch der schöne Ausspruch (aus der Boiler Room Lecture):

draußen Regen, drinnen bunt

April 30, 2020

Heute möchte ich mal den Burial Spaceape Beat knacken. Das Gerüst jenes Tracks, der im hochgelobten Dubstep Debut Album von 2006 in fast jeder Kritik (als einziger) durchfällt…

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Auch nicke ich zu diesem schönen Satz von Mike Huckaby: >>Mich interessiert das Innenleben von Tönen, von Sounds. Ich versenke mich gerne in Geräte.<<

Und versuche, meinen Terminkalender auf den aktuellen Stand zu bringen. Da ich nicht weiß wie behelfe ich mir mit Stift und Papier:

shruggingoli

Und da ich kürzlich den #throwbackthursday  kennengelernt habe, mache ich halt auch mal mit…

In den anderen sozialen Medien sind die Inselplatten Top 10 mal wieder schwer angesagt. Und ich liebe ja solche Listen, aber auch den Regelbruch – deshalb jetzt hier meine Top Ten:

Brian Blade „Fellowship“ (1998)
Massive Attack v Mad Professor „No Protection“ (1995)
Billy Cobham „A funky Thide of Sings“ (1975)
D’Angelo „Voodoo“ (2000)
Pat Metheny „Watercolors“ (1977)
Herbie Hancock „Mr. Hands“ (1980)
Everything but the Girl „Walking Wounded“ (1996)
Maurizio „M Series“ (2003)
Fila Brazilia „Maim that Tune“ (1995)
Joni Mitchell „Hejira“ (1976)
Rhythm & Sound „The Versions“ (2003)

Und wenn schon farbenfroh, dann unterschriebe ich direkt mit meinem neuen Echo-Stempel – welcher gefällt denn besser?

 

Sonia Pottinger, Jamaica’s first female producer in reggae history

April 30, 2020

Tune in! Super Tipp von Moritz:
>>Sonia Pottinger, Jamaica’s first female producer in reggae history, opened her Tip Top Records shop in 1965 and began recording artists in 1966. She excelled in an extremely competitive realm dominated by men through a unique approach to record production, leaving a vast back catalogue of the most eminent quality. This show pulls together some of her finest moments.<<

Habe direkt ein wunderschönes Rim-Echo entdeckt. Von Duke Reid produziert, von Phillis Dillon vorgetragen: „The Love That A Woman Should Give To A Man“ (Dub Version)

Und die „Midnight Confessions“ finde ich auch super. Nicht nur wegen der langen Delays auf Gebläse und Stimme, dem Federhall für den Snarerim, sondern weil die Komposition an sich schon erfrischend anders klingt.

Schließlich bleibe ich bei Arthur Duke Reids „Treasure Dub“ hängen.

Dub a Drummer

April 27, 2020

Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes:
Ich lass‘ mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist, in meinem Fall:
Laut/leise, Hall und Echo.

Dazu stöpselte ich mein Telefon – heute mit Philo Tsoungis IG Drumshare – in den Lehle P-Split und verteilte ihren Beat
– einmal auf den Superswitcher SS-1 (zum Muten). Von dort dann weiter zum analogen Boss Delay (DM-300), dessen Effektbeteiligung durch den Echo Volume Regler bestimmt wird (OK, auch durchs leichte Übersteuern des Input Gains). Und dann ins Mischpult.
– einmal auf den Vermona Federhall (VSR3), dessen Mixregler auf 100% Effekt gestellt wurde, der aber nur durch Drücken des externen Taster hörbar gemacht und zum Mixer geschickt wird. Musik entseht hier nicht nur durch die Hallspirale, sondern vor allem dank des Tone Potis.
Schließlich wurde die Mono-Summe des Mischpults im Rechner aufgenommen.
Und wir sehen und hören eine Interaktion von Drummer und Dubmixer.

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Mein Echodrums Buch steht kurz vor dem Abschluß und um die Idee zu streuen bzw. dem potentiellen Leser zu erklären, wie schön die Synergie von Getrommel und Effektgerät sein kann, dachte ich mir folgendes: Ich lass' mir von meinen befreundeten IG-Star-Drummern einen Rhythmus vorspielen, „dubbe“ diesen anschließend und erzähle was Kleines dazu. Zum Beispiel, dass mit dem Verb „dubben“ jene Blaupause von Remix gemeint ist, die in Jamaika ihren Anfang nahm (Dub Reggae) und das leidenschaftlich-verspielte Ausproduzieren im Studio meint, mit allem was an tontechnischen Möglichkeiten so vor Ort ist – in meinem Fall: laut/leise, Hall und Echo. Danke an @philo.tsoungui für den schönen Smartphone-Steilpass! #dub #remix #vermonavsr3 #bossdm300 #lehlepsplit #momentarymuteswitch #backtoback #echodrums #drumuniversity

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Dass wir Trommler derartige Soundwelten aber auch locker alleine erschaffen können – ähnlich wie ein Gitarrist, der sein Instrument ins Effektboard steckt – das wird gemütlich nachzulesen sein, ganz entspannt „from scratch“.
Ums mit Hattlers Worten kurz zu fassen: einfach Klinkenstecker rein und los!

Ich, du & Prince

April 27, 2020

Dank der richtigen Referenz freue ich mich fast ein bisschen aufs Masketragen!

#maskeauf

Billy did a press roll, a downbeat and we were off

April 27, 2020

Spätestens nach diesem Satz werde ich die Leland Sklar Videos jetzt wohl auch schauen:

>>There was no click in those days. Was only used in film. Billy did a press roll, a downbeat and we were off. Took a couple of beats to lock in for we had no count off.<<

„Stratus“ war nicht nur ein Titel des grandiosen  „Spectrum“ Albums (1973), sondern auch eine selbständige  7″ Promo Single!
Und ein Jahr später hat Tausendsassa und Drummer, Hamilton Bohannon seinen „South African Man“ veröffentlicht, einen tollen krummen Disco-Track, den wir mit Netzer gerne mal zitieren. Auch „Bohannons Beat“ rollt verdammt lässig! Gute Reise…

Good Fill

April 27, 2020

Dass mein absoluter Lieblings-Break damals schon als „Good Fill“ ins Geschichtsbuch der Sampling-CDs eintragen wurde, liegt vermutlich am Name des Songs, vom dem er entliehen wurde: „Good Old Music“ aus dem Funkadelic Album von 1970.

George Clinton scheint seinen Song sehr gemocht zu haben. Denn schon 1968 gab es eine erste Parliament Fassung. Aber noch spannender ist die Entdeckung, dass ebenfalls 1970 die Cover-Version der Magictones auf den Markt kam. Ebenfalls von Mr. Clinton produziert und wie es klingt hat er einfach die instrumentale Grundlage der Funkadelic-Session (mit Drummer Tiki Fullwood) etwas umgeschnitten und deutlich gekürzt:

von Hand erzeugte Samples

April 26, 2020

Mit einem digitalen Delaygerät (hier: Alexander Sky 5000)  lässt sich der Snareklang subtil transformieren, als wären plötzlich Samples im Spiel. Dabei sind es nur viele, ganz schnelle Wiederholungen.
Um eine solche Soundveränderung punktgenau erzeugen zu können, verbinde ich ein (stummes) e-Pad mit dem Sidechaineingang eines Gates (Alesis Micro Gate).
Nur wenn ich auf das Pad schlage, rutsch das Snaremikrosignal ins Echogerät.

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So wird verkabelt:
SD Mic > M.Gate IN   ||  e-Pad/ > M.Gate TRIGGER   ||   M.Gate OUT > Delay
Mit den beiden Reglern DELAY und RATE kann ich bestimme wie lange der weiterzuleitende Signalausschnitt sein und in welchem Tempo das Tor wieder verschlossen werden soll.

>>Etwas so Wichtiges, dass es die Berge wiederholen – wie ferner Donner klingt der Hall.<<
Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammophon reparierte“ (Seite 47)

Augen zu, was klingt am besten?

April 24, 2020

Hey liebe Tonmenschen, audiophile Freaks, Recording Drummer & sonstige goldene Ohren!
Mich würde euer Höreindruck und Geschmack brennend interessieren. Es geht um drei verschiedene Vorverstärker, mit denen ich im Proberaum meine Grooves aufnehme. Ich habe zwei Audiointerfaces mit On Board Preamps (ein Metric Halo 2882 und ein RME Babyface), sowie ein kleines Acousta P-100 Rundfunkpult (dessen Preamps verwendet und direkt zum MH weitergeleitet werden).
Was klingt für euch am Besten – 1, 2 oder 3?

Und weil ich die Files nicht nach den Preamps benannt habe, ist es auch ein kleines Spiel, bei dem man gerne tippen kann, welche Aufnahme mit welchen Gerät gemacht wurde. Dazu habe ich ein U47fet als Mono-Overhead aufgestellt, ein Beyerdynamic M380 in die Kick gepackt und dreimal hintereinander einen ähnlichen, unspektakulären Mini-Beat getrommelt – nicht gerade Laborbedingungen, I know, ging aber nicht anders…

Hier die unbehandelte Overheadspur 1 bis 00:37 2 ab 00:41 3 ab 01:22
Die unbehandelte Kick: 1 bis 00:38 2 ab 00:42 3 ab 01:23

 

Letztlich würde ich gerne eine Zukunft planen, bei der bezüglich der Frage vintage vibes vs. kompakt & reisefreundlich allein das Klangresultat entscheidet. Freue mich über Antworten (in den Kommentaren, via FB, IG oder als Email) und sag‘ schon mal Danke 🙂

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Hey, große Freude – vielen Dank fürs mithören und -spielen!!!
Die für mich wichtigste Erkenntnis: die Unterschiede sind marginal, die Geschmäcker glücklicherweise verschieden. So dass bei aller Technikverzückheit letztlich immer noch Idee und Inhalt deutlich im Vordergrund stehen. Ich selbst drehe ja leidenschaftlich gerne an alten Knöpfen herum und solange dadurch die Stimmung angehoben wird, spricht auch nichts dagegen – schwierig wird’s, wenn die Forschungsreisen zum Ablenkungsmanöver werden und das eigentliche Ansinnen – was zu (er)schaffen – ausgebremst wird.
Flo König bringt’s auf den Punkt: „Ich finde, dass ein schneller und möglichst unkomplizierter Workflow anzustreben ist.“
Ach ja, #1 ist das RME Babyface, #2 das Metric Halo 2882 und #3 die Preamps des Acousta P-100 (via MH)

saftige Grapefruits, mein graues Genscher-Mikrofon und ein langes Podcast-Interview

April 24, 2020

So viele Grapefruits wie in diesen ersten sechs Wochen der Corona-Krise, habe ich wohl im ganzen Leben davor nicht gegessen. Sprich, ich kann eine noch bewusstere Ernährung und ein eins a Immunsystem verbuchen.  Mehr Fahrradfahren tue ich auch noch. Das muss unbedingt positiv verbucht werden.

Ebenso ließ sich ein kleineres Unglück relativieren. Am 21.4. hatte ich eine Skype-Interview Verabredung, war wieder mal einen Ticken zu spät aufs Rad gestiegen und wollte nun die verträumte Zeit mit einem raketenartigen Aufbau wieder reinholen. Dabei habe ich leider den Tuchelverschluß meines alten Sennheiser MD 421 (das wie mir Andreas Neubauer erzählte gerne Genscher-Mikrofon genannt wird) an der falschen Stelle aufdreht und am vermeintlich fest sitzenden Kabel beherzt gezogen. Letztlich nicht das Tuchelkabel sondern die Lötstellen der Buchse entfernt 😦
Später wunderte ich mich über einen IG Beitrag der diverse MD 421 Exemplare zeigte. Ach so, amerikanisches Datumsformat, hihi: 4/21…
Jetzt fehlt nur noch der richtige Reparateur. Und den kann mir mein Freund und Vintage-Experte Markus Birkle bestimmt nennen.

Das Skype-Meeting fand selbstverständlich dennoch statt. Ich sprach halt durch ein SM57. (Getrommelt wurde durch ein einziges U47fet Overhead – für mich das Setting für den schönsten Mono-Trommelklang).
Und die gute Stimmung kam auch zurück, was sich im knapp zweieinhalbstündigen Sunset Production Podcast von Luc* und John nachhören lässt:

*überraschendes Wiedersehen nach 11 Jahren, denn Lucas war 2009 Teilnehmer beim ersten Percussion Creativ Camp in Südtirol, an das ich mich äußert gern zurückerinnere…

Und nach so viel Gespräch noch etwas Musik zum Ausgleich, meine vier Corona-Alben: