das perfekte schwebende Gleichgewicht des Dazwischen

Mein Freund Markus veranstaltete für seine Studierenden ein Semiar zum Thema „Euphorie“ und fragte mich, ob ich einen Song benennen könnte, der dieses Gefühl (bei mir) auslöst.
Tolle Überschrift, spannende Aufgabe, zumal ich als erstes feststelen musste, dass ich dieses schöne Wort gar nicht so oft verwende.
Ein erster Gedankenanstoß.



Gut, nach Überprüfung der eigentlichen Bedeutung bemerke ich, dass Euphorie doch ganz schön oft eines meiner Themen ist, ich dabei aber eher verwandte Begriffe und Beschreibungen verwende – Glücksgefühl, „magic momoment“, hoch motiviert sein, positv überrascht werden, optimistisches Staunen.

Also versuche ich jetzt mal das Phänomen Euphorie mit eigenen Worten zu erklären:
Es ist mehr als das bloße Erfüllen einer Aufgabe. Eine plötzliche, nicht unbedingt erwartete Überraschung sorgt für ein Hochgefühl.
Beispielsweise,
wenn Zweitligist Holstein Kiel die Bayern beim DFB-Pokal raushauen,
wenn beim Interagieren mehrere Ähnliches zeitgleich antizipieren,
wenn beim Üben/Forschen/Machen ein Knoten gelöst wird, etwas Neues gelingt oder Eigenes passiert,
wenn das Publikum Freudenschreie ausstößt, gar erstmals deine Songs mitsingt,
wenn der DJ im Übergang eine fantastische Third Record erzeugt,
wenn der DJ nach einem Break endlich wieder die Basstrommel dropt,
wenn ich den Bass spüre,
wenn sich ein minimaler/montoner/tranciger Loop weiter entwickelt,
wenn ein improvisiertes Solo nach einer gespielten Weile immer noch weitergesteigert wird, 
wenn man sich einfach treiben lassen kann (und getragen fühlt),
wenn ein Lied erklingt, das mit einem schönen vergangenen Moment assoziativ verbunden ist, nach wie vor Gänsehaut erzeugt (erster Kuss, paradiesischer Erholungsort, intensive Übungsphase…),
wenn Aussicht/Vorfreude auf etwas Schönes besteht, z.B.

dass endlich ein Corona Gegenmittel greift!

Nachts im Bett finde ich noch diesen Satz in Kopetzkys „Gran Tour“ der ebenso als griffige Begriffsumschreibung herhalten könnte:

Analog zum Cliffhänger als Spannungsgaranten gibt es eindeutig auch Katalysatoren und Kunstgriffe, die ein euphorisches Gefühl begünstigen können – Bestätigung, Lob, Schokolade und andere Rauschmittel, musikalische Tricks (siehe oben), „positve vibes“ – doch DEN EINEN euphorischen Song kann ich leider immer noch nicht benennen.
Du?

Auch in der Icon-Datenbank des Noun Projects gibt es nur wenige Visualisierungen zu „euphoric“. Aber das Bild von Luis Prado finde ich gelungen.
So ungefähr fühle ich mich, wenn
– der Nightliner aufs Festivalgelände rollte
– ich am Meer Menschen von Felsen springen sehe
– mir beim Kicken ein schöner Schuss, Pass oder Trick gelingt
– ich mit meinem Sohn etwas unternehme, was ihm außerordentlich gut gefällt

– mir schöne Post zugestellt wird
– mich eine Erzählung entführt
So fühle ich mich ganz oft, wenn gute Musik spielt!

Eine Antwort to “das perfekte schwebende Gleichgewicht des Dazwischen”

  1. Einzigartig: 3 drummers talking | E-BEATS Says:

    […] die persönliche Wahrnehmung im Moment 0:21:53 tolle und nicht so tolle Momente 🙂 0:23:43 Euphorie 0:27:20 Lesen zum Runterkommen – kein Fernseher 0:31:42 Oli, der […]

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