Styleguide

Auf dieser Seite möchte ich nach und nach die verschiedenen e-musikalischen Genres beschreiben, mal klischeehaft, mal mit Tiefe, hier und da ein Zitat oder ein Link, ausgewählte Eigenschaften, Typisches… kreuz und quer und bunt.

>>In den Neunzigern hatte diese Stunden [Afterhour] ihren eigenen Soundtrack: Ambient – beatlose Sphärenmusik zum Wohlfühlen. Interessanterweise ist dieser Sound heute fast völlig ausgestorben, und mit ihm die Chill-out-Räume die es früher in vielen Clubs gab.<<
Tobias Rapp „Lost and Sound“ (2009) Seite 156

>>70 BPM ist die durschnittliche menschliche Herzfrequenz. Dubstep basiert auf diesem Tempo.<<
Adrian Sherwood/Spex #315

>>Seine prägende Zeit erlebte das [Dub-] Genre, als Lee „Scratch“ Perry und King Tubby Anfang der Siebziger die Bandmaschine und das Mischpult mit all seinen Effekten zum eigenständigen Instrument erklärten und analog zu den deutschen Bands der Siebziger die Möglichkeiten elektronischer Sounds ausprobierten.<<
Stuart Baker/Spex #315

>>[…] “Fifth World Music„. So nennt der Blogger Kid Shirt die postgeografischen und posthistorischen Superhybriden der iPod-Ära, in der das gesamte Musikarchiv des Planeten nur einen Mausclick voneinander entfernt ist. Der Begriff erweitert die Idee der „Fourth World Music die der Jazztrompeter Jon Hassell in den Achtzigern für die Verflechtung von uralten Ritualen und hochmodernen Technologien formuliert hat, wie sie etwa David Byrne praktiziert hat. Vorbei hingegen ist die Idee einer Weltmusik, die „bedrohte Arten“ aus der sogenannten Dritten Welt in die Konzertsäle der Ersten Welt bringt und dort bewahren möchte. Das damals geforderte „planetare Bewusstsein“ durch musikalische Gemeinsamkeiten hat sich erübrigt, seit das Internet zur Botschaft geworden ist.<<
Uh-Young Kim in der taz

>>[…] Hardcore Continuum. Mit diesem Begriff bezeichnet der Journalist Simon Reynolds den langen Fluss von untereinander verwandten und sich ablösenden Musikstilen, die seit Ende der Achtziger in der Folge des Britischen Rave aufkamen, vor allem in Gegenden Englands mit vielen Einwanderen aus der Karibik. Er beschreibt den langen Weg von Jungle über Grime und Dubstep zum Juke. Letzterer kommt zwar als Underground-Variante des House aus Chicago, aber: so what?. Globale Zeiten.<<
Klaus Walter im Spex #333 in einer Rezension von Africa Hitech „93 Millions“

>>Wenn man langsame Rare-Groove-Drumbreaks künstlich doppelt so schnell abspielt, bekommt man die hektischen Beats von Jungle. Jungle kombiniert hochgepitchte schwarze Drumfiguren mit schweren jamaikanischen Basslines, und über allem toastete ein MC.
Interessanterweise sollte Drum’n’Bass zwei oder drei Jahre später der viel größere Erfolg beschieden sein. Diese Musik kann man als weiße Variante von Jungle bezeichnen, ohne die Reggae-Ingredienzien…<<
Stuart Baker/Spex #315

>>Minimal setzt keine Höhepunkte, verzichtet auf dramaturgische Bögen. Es ist Musik, die einfach da ist.[…]
Minimal ist die direkte Verlängerung jenes Sounds, den man bei der Büroarbeit über die Computerlautsprecher mitlaufen lässt. Ein stetiger Puls, music for WLAN-Airports.<<
Tobias Rapp „Lost and Sound“ Seite 160

>>Techno is just like Detroit, a complete mistake. It’s like George Clinton and Kraftwerk are stuck in an elevator with only a sequencer to keep them company.<<
Derrick May

Tropical

>>Für mich persönlich genauso wie für die meisten DJs und Produzenten […] ist das der Genrebegriff für elektronische Tanzmusik. House Music.
Leider ist die Wahrnehmung in Deutschland genau andersherum. Hier ist Techno der Oberbegriff und House das Genre. Das eine ist die Musik mit dem geraden BummBummBummBumm. Und das andere die Musik mit dem geraden BummBummBummBumm, über das eine Diva „Release Me!“ singt.<<
Tobias Rapp „Lost and Sound“ Seite15f

>>Hörend stellen wir uns die Achtziger als eine eigene Gesellschaft mit eigener Moral vor, und die beginnenden Neunziger als Hangover.<<
Max Dax/Spex #319


Eine Antwort to “Styleguide”

  1. Adrian Sherwood am SPD-S | E-BEATS Says:

    […] anderem…Hier eine gefilmte Dub & Bass Master Class mit Adrian Sherwood und Pinch a.k.a. Rob […]

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