Archive for the ‘Tempo’ Category

Lento

Dezember 16, 2010

Zwar nur Tempo 60 (oder ne Disco-Zwei & Vier), unaufdringlich lautstark, formvollendet und elektrisch: das gemächliche Quarzticken meiner Armbanduhr.

Aber wer, bitteschön, zählt schon mit

September 24, 2010

>>Das Thermometer an der Wand zeigte auf die Vierundzwanzig, die Uhr auf der Kommode zeigte auf Drei, der Kalender in der Küche zeigte auf die Zwölf, der Wärmeregler drüben im Schlafzimmer zeigte auf Aus. Hätte Ernest mitgezählt gehabt, dann hätter er gewußt, daß die Summe der Projektile, die in seinem Körper eingedrungen waren, auf die Fünf zeigte. Aber wer, bitteschön, zählt schon mit, wenn man auf ihn schießt? Das müßte dann schon ein extrem zahlenbewußter Mensch sein.<<

So beginnt Heinrich Steinfests aktueller Roman Batmans Schönheit. Da ich aber bei starker Vorfreude gerne den eigentlichen Zugriff herauszögere (- heiß ersehnte Päckchen mache ich nach der Botenübergabe selten vor Einbruch der Dunkelheit auf – ), halte ich auch jetzt nach den ersten vier Sätzen erstmal an und verfasse einen gemütlichen Blog-Eintrag über ein Thema, das mich schon geraume Zeit beschäftigt:

Das permanente polyrhythmische Tempo-Cluster unseres Alltags.

>>Der Ruhepuls lag bei 62, die Uhr auf der Kommode tickte konsequent, ein House-Track pumpte 126bpm aus dem Küchenradio, der Vibrationsalarm des Mobiltelefons zeigte auf Aus. Hätte Oli mitgezählt gehabt, dann hätter er …<<

1-2-3-e!

September 10, 2010

Der Vorzähler zur Seite.

Larghissimo

Juni 22, 2010

>>Eine radikal entschleunigte Vorstellung vom Filmemachen legte der US-amerikanische Künstler Tony Conrad an den Tag, als er Anfang der 70er Jahre seine „Yellow Movies“ anfertigte. Er bemalte eine große weiße Leinwand mit weißer Farbe, rahmte sie schwarz ein und ließ dann die Zeit verstreichen, bis die weiße Fläche unter dem Einfall des natürlichen Lichts vergilbte. In einer Kamera vollzieht sich die Belichtung im Bruchteil einer Sekunde; bei den „Yellow Movies“ brauchte es Wochen oder gar Monate, bis das Licht seine Wirkung entfaltete.<<

Christina Nord in der taz vom 21.06.10 (hier gehts weiter: mit Tempobezeichnungen, der Austellung zum obigen Text)

slowing down

Januar 6, 2010

„Slowing down“ ist keine schlechte Überlegung zum Jahresbeginn. Ich beziehe die Entschleunigung mal auf Übungsrituale, Alltag (all tags?) und sämtliche Erwartungen. Fördert hoffentlich: innere Ruhe, Geduld und das persönliche Zeitgefühl.

>>I like how a shift to ‘slow’ pushes us to reconsider the importance of time<<

Speed

Oktober 20, 2008

Es gibt ja nicht nur Genre-bezogene Ausssagen (à la: Hip Hop 80-100, House 120-135, Jungle 150-190, Gabber > 200 bpm) zu bestimmten Tempi:
der Sekundenzeiger hat 60 Beats-per-Minute, technoide Geschwindigkeiten um die 140 erinnern uns anscheinend an die Zeit im Mutterleib, als unser Herz ähnlich schnell schlug, und jetzt fand David Matlock von der Uni Illinois heraus, dass der Bee Gees Disco-Hit „Stayin‘ Alive“ mit seinen 103 Schlägen pro Minute ein idealer Taktgeber für die Druckmassage zur Herz-Lungen-Wiederbelebung ist…