Archive for the ‘Read!’ Category

Gute Luft!

Februar 4, 2019

Beim Zeitungslesen rahme ich die besten Stellen ein und höre begleitend aus Palais Schaumburgs Debut Album „Gute Luft“.

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„Wir bauen eine Stadt“ höre ich natürlich auch noch – nicht nur wegen des des kantigen Drumsounds oder des Bauhaus Jubiläums, sondern wegen einer weiteren Zeitungsmeldung über Polycare und die wasserlose Zementalternative aus Wüstensand und recycelten PET-Flaschen.

Frankfurter Sommerbäder

Januar 30, 2019

Ich hatte einen grandiosen Einstieg ins nächste Lebensjahr, mit warmem Badewasser und Glavinics derart packendem Schach-Roman, der einfach durch die Nacht zu Ende gelesen werden musste.
Angenehm übermüdet daraufhin dann mit Schneekulisse und Morgentau durch den Tag, bisschen Torte hier, mehrere Kaffetässchen dort und wieder direkt ins Bett, mit dem nächsten Buch. Schlaf vor zwölf.

Als Soundtrack genügte die Dauerschleife aus Jordan Rakeis „Sorceress“ und Steve Reichs „Music for a large Ensemble„.

PS. Zwischendrin waren wir auch noch im Museum für angewandte Kunst und dort habe ich den schicken Titel abfotografiert, Frankfurter Sommerbäder…(denn manchmal fühlt sich Geburtstag an wie der beste Sommerferientag im Freibad!)

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hic fuit!

PPS. Happy Birthday, Phil Collins!

Maeda’s microposts

Januar 27, 2019

John Maeda geht irgendwie immer gut…

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Over the years, I've made an attempt to manually sort all of my posts on Twitter. I've thought of making them into some kind of easy to use database for creative people who are working to reconcile what leadership is all about. But each time I try to do that, my attention is diverted to getting something else done. And each time I lose the master file on my computer, so I am lucky to keep a printout once in a while. When I stumble upon the printed form, I can refer to them myself, and I find the microposts useful because I can remember something important to me that I realized in the past. I mean, I forget A LOT. So my printed "diaries" can often help me break from repeating patterns that I already learned the secret to breaking out of. This Dan Wieden-ism is particularly good: "Encourage your team to fail (get it wrong) a few times first, as the way to get it right sooner." So true.

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Ich hänge noch einen eben gelesenen Micropost aus dem Haffner-Roman dran: >>Ob als Weltmeister oder nicht, komm gesund wieder.<< („Carl Haffners Liebe zum Unentschieden“ Seite 100)

klangästhetisches Äquivalent zu Besenfrisur und Schulterpölsterchen?

Januar 25, 2019

Kevin Coyne ist bei mir in den Mid-Eighties verankert. Ich erinnere mich dunkel an das WAAhnsinn-Album und die „Rolling Stone“ Performance mit BAP, so dass ich die Hommage an den 2004 verstorbenen Singer Songwriter vor allem wegen der sagenhaften Schreibe von Karl Bruckmaier gelesen habe.

>>Die Alben, die immer noch regelmäßig erschienen, litten in den Achtzigern unter zweierlei: Zum einen schreckte Kevin nicht davor zurück, den klangästhetischen Äquivalenten zu Besenfrisur und Schulterpölsterchen nachzugeben (Linn Drums etwa), zum anderen ließ er jetzt seiner Abneigung gegen Produzenten freien Lauf. Er hasste es, Songs mehrmals aufzunehmen, an der Musik zu arbeiten, überhaupt sich groß vorzubereiten, sondern spielte Musik ein, wie andere eine Bank überfallen: rein, rumschreien, raus, fertig. Schließlich war das seine Stärke – mit der Hand in die Luft zu greifen und aus ein paar wenigen Wörtern einen Charakter schaffen, der das Gegenüber faszinieren konnte. Eine Figur, die sofort zu leben anfing, wenn Kevin den Mund aufmachte.<< (aus „Same same but different“ taz, 25.01.19)

Schach & Musik

Januar 23, 2019

Meine Fähigkeiten beim Schach sind ziemlich begrenzt. Eingerostet auf dem Niveau des Grundschülers, der temporär Spaß am Spiel gefunden hat und zuhause einen Mitspieler – mich – brauchte.

Jetzt lese ich aber gerade in „Carl Haffners Liebe zum Unentschieden“ so tolle Sätze und Gedanken von Thomas Glavinic, so dass ich mich jetzt schon auf die Freibadsaison freue, inklusive Maxi-Gartenschach.

Ich habe aus den Seiten 52/53 ein bisschen was abgeschrieben (leicht umgestellt und ergänzt). Somit lassen sich die Schachideen bis zum Sommer auch mit in den Proberaum nehmen.

>>Weltmeisterliches Schach zu spielen heißt, schier unendlich tief in einen Mikrokosmos vorzudringen und dennoch den Überblick auf das Ganze, das Große zu behalten.<<

>>Jeder wahre Meister hat seinen Stil. Ein Musiker erfindet sein Lied, er komponiert es. Ein Dichter schreibt sein Buch nicht einfach, er fügt darin eins zum anderen. Und ein großer Schachspieler spielt seine Partien nicht. Er baut sie.<<

Dennoch bestimmt vertraute Interaktion den Verlauf.

>>Nun, ein Schachmeister verwendet für jeden Zug soviel Kraft und Phantasie wie ein Dichter für jedes Wort jedes Satzes. Am Schachbrett sitzen einander zwei Stilrichtungen gegenüber, zwei Systeme, zwei Philosophien. Nach den Eröffnungszügen wählt der Meister einen Plan. Der Plan ergibt sich aus der Charakteristik der entstandenen Stellung. Von seinem Plan weicht der Meister nur ab, wenn der Gegner seinerseits die Stellung entscheidend verändert. Der eine besitzt hervorragende Fähigkeiten darin, kleine Vorteile zu sammeln, zu verdichten und die Partie für sich zu entscheiden. Der andere ist in der Lage, Kombinationen weiter und tiefer zu berechnen. Dieser zeichnet sich durch besonders angriffslustiges Spiel aus, jener lässt den Gegner anrennen.<<

Es lebe die Improvisation und der Moment der Entscheidung! Selbstverständlich darf sich ein „Schach-Musiker“ über den final entscheidenden Zug bzw. einen alleinigen Schluß-Abschlag freuen, die ganz große Kunst jedoch ist das gemeinsam gleichzeitige Aufhören – ein Remis. Aus Kampf wird Kunst.

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Passt zu den Gedanken: Gretsch Zig-Zag Snare

 

 

Strahlkräfte

Januar 20, 2019

Was Schönes, das Schönste, eine Seuche und darauf dann unbedingt nochmal was Schönes – zur Einstimmung auf den Supermond:

(1) >>Das Schöne an einem Facebook-Post ist, dass er etwas Belanglosem gerade die Strahlkraft verleihen kann, die es nicht verdient.<<
[…]
(2) >>Was zum Schönsten gehört: die Selbstverständlichkeit, mit der man sich über das wundert, was man liebt. Oder auch: die Kroketten, die es bei meinen Kindheitsfreunden stets zum Abendessen gab. Erkennen, dass deine Freunde und du sich unterscheiden: anders geformte Nagelbetten, andere Ellenbogen, Ohrläppchen, nicht einmal der Haargummiknick im geöffneten Haar ist ein ähnlicher.<<
aus Enis Maci „Eiscafé Europa“ Seite 49

(3) Der Kommentar „Die Seuche des Nationalismus“ von Klaus Hillenbrand zum griechisch-mazedonischen Namensstreit.

(4) August Greene „Let Go“ (mit Drummer Karriem Riggins)

(Diesen Song habe ich übrigens auf Uwe Breunigs Spotify Playlist zum Thema „Groove, Phrasierung und Inbetween Feel“ entdeckt).

Ich sammle popkulturelle Schätze

Januar 14, 2019

>>Ich sammle popkulturelle Schätze. Wenn ich ins Studio gehe, stehen da nicht nur alte Orgeln und ein Schlagzeug, sondern auch Schallplatten. An der Wand hängen Bilder, die ich auf Flohmärkten gefunden habe. Das Bücherregal ist voll mit Werken zu den abseitigsten Popfiguren. Durch diese Materialfülle löst sich dann das Referenzmoment auf und wird zur amorphen Masse. Ich war in der Jugend Mod, das Geschmackvolle bedeutet mir noch was. Bestimmte analoge Aufnahmetechniken sind mir wichtig. Lieber eine Flöte spielen, als eine Midi-Flöte zu benutzen. Es geht ja immer darum, was geschieht, wenn ein Ton physisch erzeugt und durch ein Mikrofon aufgenommen wird. Das gefällt mir besser, als wenn er am Bildschirm berechnet wird.<<

Ich genieße das taz Interview mit Carsten Meyer aka Erobique, erinnere mich an ein gemeinsame spontane Trio-Session mit Hans Nieswandt (vor 14 Jahren in der Muna…) und höre dazu „Urlaub in Italien“.

Und mit Erobiques Einstellung „from nothing to something“ starte ich in die Woche!

Neujahr

Januar 14, 2019

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>>Das Echo verwandelt seine Stimme in ein fremdes Wesen.<<

>>Es tut gut zu schreien, und das Echo macht sogar ein bisschen Spaß.<<

Juli Zeh „Neujahr“, Seite 171

„War nur kurz im Koma, Text kommt!“

Januar 10, 2019

Das war ein sehr schöner Konzert-Jahreseinstieg gestern. Duo-Impro mit Lars Bartkuhn. In Aalen. Mit viel Schnee und sonstigem Drum und dran…
Klar, dass bei so viel „Weiss“ auch die Bahnen gemütlicher unterwegs sind, aber darauf war ich irgendwie instinktiv vorbereitet. Und so konnte ich auf der Rückfahrt schön lesen und gemütlich das Kabel meines HD-25 wechseln.

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Als heutige Highlights möchte ich die Thomas Glavinic Ausreden und die beiden CD-Besprechungen von Fatma Aydemir und Marcus Staiger aus dem allerletzten gedruckten SPEX Magazin aufs Podest stellen. Eiscafé eh immer ganz vorne. Und auf den Ohren lief dann  (ohne Wackel-Stereo) John Scofields „Works for me“.
Was ich alles mit den neuen alten Signaturschablonen besprühen werde, überlege ich dann morgen…

THE BRITISH PRESS WANTS YOU!!

Januar 7, 2019

Ich muss gestehen: trotz bester Ferienstimmung fehlt’s mir an Zeit.
Erst die dreistündige DLF Sendung über das Schlagzeug, jetzt noch die Basic Channel Story
Egal muss – sein – denn der Einfluss von Mark Ernestus und Moritz von Oswald ist massiv, auf mich: prägend! Und wenn die Dubtechno-Erfinder in der taz leidenschaftlich als „See aus Rhythmus und Sound“ beschrieben werden und das große Portrait-Gespräch im RA mit diesem Fax von Mad Mike beginnt, müssen die anderen Sachen halt warten.

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>…and then I realised the sequence is the thing of the track. Forget all drums.<<
René Löwe aka Vainqueur