Archive for the ‘Producer’ Category

Who is Chris Scholar

Dezember 19, 2016

Das Trio des Schlagzeugers Jaimeo Brown hat mich auf der Jazz Ahead 2013 beeindruckt, da wurde freie Improvisation mit einem (oldschool Roland) Mehrspur Playback interessant kombiniert. Sein Album „Work Song“ war eines der Highlights 2016.

Erst jetzt habe ich über dieses Interview gecheckt, dass es sich beim Playbackmaster und Gitarristen um Chris Scholar – Bruder von Kelvin (mit ihm und Christian Prommer hatte ich mal einen Drumlessons Gig in Mazedonien gespielt) – handelt. Die Neugierde ist geweckt und ich werde mittels „Who is Chris Scholar“ (free Mixtape) und „Moved to LA“ mal tiefer in die Materie eindringen.

Und anschließend werde ich wohl doch auch noch in die neue A Tribe Called Quest Platte reinhören.

The Fundaments of Groove: A Systematic Exploration of Drum Patterns in Popular Music

Dezember 16, 2016

Ich hatte im Off-Beat Magazin über eine Untersuchung der Hochschule Luzern zum Thema Groove gelesen und mich promt neugierig in das Projekt „The Fundaments of Groove: A Systematic Exploration of Drum Patterns in Popular Music“ eingewählt.
>>Die Studie ist eine explorative Untersuchung von 250 ikonischen Drumpatterns, gespielt von 50 der einflussreichsten Schlagzeuger in Funk, Rock, Metal, Fusion, R&B oder Pop. Die Drum Beats werden transkribiert und performative Aspekte (Timing, Dynamik) extrahiert. Schliesslich werden die Patterns auf Basis von Samples als realistisch klingende Tonaufnahmen rekonstruiert. […] Die Groovequalitäten der rekonstruierten Drum Patterns werden im Rahmen eines online durchgeführten Hörexperiments (https://www.soscisurvey.de/1520160/) von einer grossen Gruppe von Hörerinnen und Hörern bewertet.<<

Obwohl mich das Spiel sehr gereizt hat, vor allem dabei die gehörten Beats erkennen und benennen zu können, wurde ich zunehmend gereizter und musste leider schon nach elf Beispielen abbrechen. Der Grund dafür waren die eintönigen Midifiles und immergleichen Samples, also eine Entkopplung von Pattern und dem originalen, charakteristischen Sound, was die Einordnung sehr oft erschwerte und die Bewertung/Einordnung trübte. (Denke ich an das Original beim Auskunftgeben, oder bewerte ich das eben gehörte? Die Antworten weichen stark voneinander ab.)

Fazit aus der Hüfte: auch wenn es „nur“ um das Fundament von Groove gehen soll, funktioniert für mich die Trennung von Pattern und Originalklang überhaupt nicht. Die Kombination von Midifile und einzelnen Samples bildet in keiner Weise die komplexe, sich gegenseitig bedingende Klangentwicklung beim natürlichen Rhythmusmachen (geschweige denn die zusätzliche Ebene der Studioproduktion) ab und reduziert die Musik des Grooves auf eine eindimensonale, emotionslose Maschinentätigkeit. Mir fehlen Mensch und Mojo.
Insofern würde ich mir einen zweiten Versuchsaufbau wünschen, bei dem jetzt nicht unbedingt die Großkaliber des Drum-Business hergenommen werden müssen, dafür aber authentische Schlagzeug bzw. Rhythmusspuren einer tatsächlichen Produktion aus den möglichen Stilrichtungen. (Und gerne auch Breakbeat-Klassiker in unterschiedlichen Aggregatzuständen, sowie genuin Programmiertes.)

The 10 Best Recorded Drum Sounds

Dezember 13, 2016

Mit ihrem Artikel „The 10 Best Recorded Drum Sounds“ spielt mir das DRUM! Magazine bestens in die Karten: neues Futter (Klänge und ihre Geschichten) für die Drum Sounds Datenbank (dort findest Du ähnliche Beispiele unter der Suchrubrik SONSTIGE/nice-recordings).

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Nachtrag:

hier die dazugehörigen Tracks:
1. JOHN BONHAM “WHEN THE LEVEE BREAKS” | LED ZEPPELIN IV BY LED ZEPPELIN (1971) | ENGINEER: ANDY JOHN

2. PHIL COLLINS “NO REPLY AT ALL” | ABACAB BY GENESIS (1981) | ENGINEER HUGH PADGHAM

3. RINGO STARR “STRAWBERRY FIELDS FOREVER” | MAGICAL MYSTERY TOUR BY THE BEATLES (1967) | PRODUCER GEORGE MARTIN | ENGINEER GEOFF EMERICK

4. STEVE GADD “50 WAYS TO LEAVE YOUR LOVER” | STILL CRAZY AFTER ALL THESE YEARS BY PAUL SIMON (1975) PRODUCER PHIL RAMONE

4b CHICK COREA „THE LEPRECHAUN“ (1976)

5. JEFF PORCARO “ROSANNA” | TOTO IV BY TOTO (1982) ENGINEER AL SCHMITT

6. VINNIE COLAIUTA “SEVEN DAYS” | TEN SUMMONER’S TALES BY STING (1993) | PRODUCER/ENGINEER HUGH PADGHAM

7. JIM KELTNER “THING CALLED LOVE” | BRING THE FAMILY BY JOHN HIATT (1987) | ENGINEER LARRY HIRSCH

8. STEVE JORDAN “I DON’T TRUST MYSELF” | CONTINUUM BY JOHN MAYER (2006) | PRODUCER STEVE JORDAN

9. CHAD SMITH – EVERY TRACK | I’M WITH YOU BY RED HOT CHILI PEPPERS (2011) | PRODUCER RICK RUBIN

10. KENNY ARONOFF “SECRET AGENT” | LUCKY BY MELISSA ETHERIDGE (2004) | PRODUCERS VARIOUS

Tourgespräche

Februar 2, 2016

Markus Vieweg ist eigentlich Bassist (der Band Glasperlenspiel), aber auch ein Internet-afiner Mensch. So er hat er mit den von Apple bereitgestellten Tools ein von der Kritik gefeiertes Bass-e-Book veröffentlicht und mit seinem Blog „Tourgespräche“ eine Alternative zum klassischen Musikerinterview geschaffen. Gut vorbereitet und mit viel Zeit finden Unterhaltungen – vornehmlich mit Akteuren aus der zweiten Reihe des Showgeschäfts – jenseits der Langeweile längst bekannter Eckdaten und Fakten statt und werden zu einem anderthalbstündigen Podcast zusammengeschnitten.

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Wir trafen uns neulich zwischen Soundcheck und Festivalauftritt in meinem Mainzer Hotelzimmer und sprachen bei Kaffee und Kuchen über:

FOH, Mad ProfessorHeimstudioKompressormaske, Squarepusher, Bedroomproducer bzw. Zufall als neue Bestimmung, Jojo MayerVom Zitat zum Ich, Zuspieler, der „Sack um die Snare“, Echodrums, Solo-Performancesimulierter Aux-SendReverb Shots, Laurenz Theinerts Visual Piano zu meinen Organic Electro Beats 2003, Bandmensch, Rubo(W)ölpl aka (W), Aufwand und Slayer-Set auf der IAAB-Keeper/BeatSeeker, >>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<<, selbstgebaute „Playstation“, Cover-Mukke, das persönliche innere Tempo, Interaktion dank Blog, Lesen, Cafè, Tour Catering, Netzer, nur einmal laufen!Fragebogen aus den Tagebüchern von Max Frisch

… und dabei hat mich einiges „umgehauen“…

 

 

Track-Check

Dezember 5, 2014

Lieber Stimming, inspiriert von Deinem Produktionstipps-Adventskalender, schreibe ich hier mal zwei Ansätze auf, die mir kürzlich zugetragen wurden und am treffendsten wohl unter der Überschrift „Track Check“ zusammengefasst werden könnten.

Es ist einmal diese Textstelle aus dem Buch ELECTRI_CITY ELEKTRONISCHE_MUSIK_AUS_DÜSSELDORF:
>>Wenn Ralf und Florian irgendwelche [Kraftwerk] Stücke fertiggestellt hatten, war es ihnen immer wichtig, sich die Klänge stundenlang anzuhören, um zu prüfen, ob man sie länger ertragen konnte; um etwas zu schaffen, was man auch noch noch Jahren hören konnte.<< Rainer Zicke auf Seite 192 (Suhrkamp Taschenbuch 2014)

Der andere Prüfstein kommt von Aphex Twin. Irgendwo im Netz hatte ich gelesen, dass seine Mixe auch stark verlangsamt bzw. beschleunigt sinnvoll und gut klingen sollten. Sprich: Experiment more with different pitch/tempo combo-modifications!

Quintolen

Juni 19, 2014

Ehrlich gesagt: Quintolen habe ich in meinem Trommlerleben noch NIE live gespielt, keine Ahnung ob ich es überhaupt könnte…
Bislang war ich auch immer der Meinung, dass diese Notenwerte irgendwie unorganisch wirken und vielmehr gewollt (Selbstzweck), aber ganz und gar nicht groovig tönen.

Aber man lernt ja dazu…

In letzter Zeit war hörte ich über das Phänomen Quintole aus verschiedenster Richtung: Peter Wölpl erzählte mir, dass es in der Popakademie gerade ein großes Thema wäre (siehe zum Beispiel „Queenz“ von der tollen Anika Nilles) und im Sticks 05/2014 Interview erklärt Florian Alexandru Zorn, dass es oftmals das quintolische Feel ist, das den diversen modernen Beats im Hiphop und R&B den abgehangenen, gebremsten (>>oft ist der Schlagzeuger hinter dem Beat, aber so ganz anders hinter dem Beat, als man das sonst gewohnt ist<<), stolpernden Ausdruck verleiht. Sloppy bzw. „in between„.
Mal bewusst und ausgecheckt, manchmal einfach „wonky“ aus dem Bauch heraus…

Bedroom Producer

Mai 10, 2014

Wenn die Wohnung zum Spielen gebraucht, wird ausgewichen. Und eh klar: Schlafzimmer = 10x gemütlicher als Besenkammer!

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Drumatom

Februar 25, 2014

Eine neue Stand-Alone Software namens Drumatom weckt mit ihrer Startseite mein Interesse:

>>Drumatom is NOT: Drumatom is not a noise gate or a drum replacement tool! Drumatom is a novel stand-alone application that can drastically reduce microphone leakage in drum recordings<<

OK, es stellt sich die Frage, ob man überhaupt so krass eliminierte Einzelsignale braucht und falls ja, warum man sie dann nicht in bewährte70er-Disco-Fabrik-Manier erstellt (indem der Trommler jedes Instrument einzeln klopft).
Diesbezüglich ein Querverweis zu The Police’s „Every Breath you Take“
Auf der anderen Seite sind die Verwertungsmöglichkeiten klarer Einzelsignale vielversprechend: von der Effektierung, über das Drum Replacement hinzu einer vermutlich ganz neuem Mixdown-Erfahrung.

Man wird um’s Ausprobieren nicht herumkommen. (Das Demo funktioniert 14 Tage lang.)

Übrigens mit Ulf Stricker hinterm Schlagzeug.

 

The Tags Tapes

Dezember 2, 2012

THE TAGS TAPES

Passend zum Knistern der ersten Adventskerze hier eine halbe Stunde Musik, die ich anlässlich des „Neue Töne Open“ Festivals zusammengeklebt habe.

Ein Klangband in Bezug auf das Festivalmotto („Das Material des Anderen im Eigenen“) und das Thema Referenzialität – natürlich auch ein Ausschnitt meiner persönlichen Antriebe.

Den Rahmen bildet mein e-Beats ABC, das von „Null und Eins“ bis „Zitat, Zufall, Zuspieler“ stellenweise zitiert und klingend inszeniert wird.

Die detailierte Trackliste kannst du der Sprechblase entnehmen.

Leere = Luxus

Juni 1, 2012

Höre „13“, einen Hörspielkrimi von Heinrich Steinfest mit toller Klanguntermalung – eigentlich hauptsächlich: Beats und Echo – von Martin Gretschmann aka Console.

Wie abgesprochen ergänzt die siebte Minute mein Lieblingskapitel des kurz zuvor gelesenen „größeren Teils der Welt“. Beides mal geht es um den Kunstgriff der Stille. Jennifer Egan umkreist „Die besten Pausen der Rockgeschichte“ und Steinfest lässt Cheng sprechen: >>Leere mag ja im Universum in Hülle und Fülle vorhanden sein, aber in unserem Leben ist es der wahre Luxus.<<