Archive for the ‘Improvisation’ Category

zurück im Kassettenfach

September 10, 2016

Bin zurück im Kassettenfach und freue mich auf kreatives Verbiegen, oldschool Sampling, einen Hauch von Nostalgie…

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und den „Ghost in the Machine“!

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Die Klangkostprobe gibt es dann am 29.10. auf dem Frankfurter Jazzfest.

Frankfurt Organic Electro Experience + special guest Bodo Kirchhoff

Juli 1, 2016

>>…so wie ich das Gefühl des Recorders unter meinen Fingern genoß. Die Musik war bei mir!<<

Das Zitat aus Bodo Kirchhoffs „Mexikanische Novelle“ wird zum Programm: Auf dem 47. Deutschen Jazzfest in Frankfurt werden wir – Sebastian Studnitzky, Johannes Brecht, Oliver Leicht (et moi) – am Samstag, den 29.10.2016 dank eines „Recorders“ die Sprache des Herrn Kirchhoff in die Musik transferieren.

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die Antwort im Kopf

April 5, 2016

Ich mag Bugge, ich mag Henrik und ich liebe improvisierte Duos!

The Flow Machine

Februar 24, 2016

Tim Exile interessiert sich für das elektronische Instrument, mit dem man improvisieren kann, ohne dabei von >>screens and timelines<< eingeschränkt zu sein. Dabei ist seine Flow Machine entstanden:

Mittlerweile ist die Flow Machine MKII in der Mache, die er bis zur Jahreshälfte bühnereif programmiert haben will. Yo!

Tourgespräche

Februar 2, 2016

Markus Vieweg ist eigentlich Bassist (der Band Glasperlenspiel), aber auch ein Internet-afiner Mensch. So er hat er mit den von Apple bereitgestellten Tools ein von der Kritik gefeiertes Bass-e-Book veröffentlicht und mit seinem Blog „Tourgespräche“ eine Alternative zum klassischen Musikerinterview geschaffen. Gut vorbereitet und mit viel Zeit finden Unterhaltungen – vornehmlich mit Akteuren aus der zweiten Reihe des Showgeschäfts – jenseits der Langeweile längst bekannter Eckdaten und Fakten statt und werden zu einem anderthalbstündigen Podcast zusammengeschnitten.

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Wir trafen uns neulich zwischen Soundcheck und Festivalauftritt in meinem Mainzer Hotelzimmer und sprachen bei Kaffee und Kuchen über:

FOH, Mad ProfessorHeimstudioKompressormaske, Squarepusher, Bedroomproducer bzw. Zufall als neue Bestimmung, Jojo MayerVom Zitat zum Ich, Zuspieler, der „Sack um die Snare“, Echodrums, Solo-Performancesimulierter Aux-SendReverb Shots, Laurenz Theinerts Visual Piano zu meinen Organic Electro Beats 2003, Bandmensch, Rubo(W)ölpl aka (W), Aufwand und Slayer-Set auf der IAAB-Keeper/BeatSeeker, >>Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<<, selbstgebaute „Playstation“, Cover-Mukke, das persönliche innere Tempo, Interaktion dank Blog, Lesen, Cafè, Tour Catering, Netzer, nur einmal laufen!Fragebogen aus den Tagebüchern von Max Frisch

… und dabei hat mich einiges „umgehauen“…

 

 

Filmwinter / Winter wie im Film

Januar 18, 2016

Eigentlich immer ähnlich: Nach einem intensiven Wochenende am Sonntagabend erschöpft in die Badewanne fallen, um maximal noch etwas im momentanen Lieblingsbuch blättern, doch zzzzong! trifft und weckt mich der Kreativ-Flash des Vorangegangenen und drängt darauf, all die vielen Eindrücken doch noch festzuhalten.

Also. Peter Wölpl und ich wurden erneut zum Stuttgarter Filmwinter eingeladen um tonlose Filme zu bespielen. Gutes Omen, denn die erste Einladung im Jahr 2014 markiert den Beginn der W)-Konzerte. Damals improvisierten wir zu uns unbekannten Dreifachprojektionen von Wilhelm Hein. In diesem Jahr bekamen wir die Segundo de Chomon Filmrolle im Vorfeld, wodurch wir uns zwei Probe-Tage lang auf die filmischen Spezialeffekte und Innovationen aus den Jahren 1905-1912! einstimmen und zumindest einen groben Fahrplan erstellen konnten. Die Performance selbst dann wie immer: die beiden Ohrenpaare weit geöffnet, Rechenapparate „in sync“ und los.

Zwischen Soundcheck und Auftritt immer wieder gr0ße  Freude über das liebevoll kuratierte Programm, aber auch über Stuttgart selbst. Es war alles dabei, von der Bäckerei-Frank-Butterbrezel, über überraschend auftauchende Freunde, Familie und Vergangenheit, bis hin zu einem fetten Schneeball voller grandioser Einfälle:

Momoko Seto / HKG / Mirai Mizue? / Jung an Tagen*

Schließlich noch einige neue Wörter und Anregungen aus der mitgebrachten taz.am wochenende, die sich im Artikel „Malen nach Zahlen“ mit aktuellen Spielarten des klassischen Mäzens auseinandersetzt und fragt, was aus der Kunst wird, wenn der Künstler zum Dienstleister wird.

Netzwerkstolz statt Werkstolz / Disegno / David Hockneys iPad Bild

Und dank ausgedehnter Schlittenfahrten in der Heimat ergab sich schließlich noch ein schöner Kreis. Auch wenn es mehr ein Umfahren von Grasinseln war, bin ich nun auch im Winter angekommen.

*

mein Tisch

Mai 20, 2015

Tschaka, das e-Setup für heute Abend – ( W ) in der Frankfurter Fabrik – ist gefunden.

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…und bleibt rotz der vollen Tischlänge Straßenbahn/Car2Go kompatibel (2x Pedaltrain, 1x Beckenrucksack).

Nachklapp, die technische Seite

Mein akustischer Schlagzeug-Sound (Kick, Snare, Hihat, 2 Becken) wird mit Hilfe von Ableton-Rechner, Acidlab 303 und einem Boss Space Echo auf unterschiedliche Weise elektronisch bereichert.

Das Herzstück ist der Musikcomputer (ein 2009er MacBook Pro, mit Ableton 8 Software, einem RME-Baby-(Audiointer)face und einem Traktor F1 Controller). Dieser ist mit einem MIDI-Kabel mit Peters Rechner verbunden; die für Tempo und Synchronisation verantwortliche Midiclock kommt im Idealfall vom Erfindungsbüro Rest, ansonsten aus dem Ableton-Master.

Ableton als „Effektprozessor“
1. Ich klemme ein Mikrofon (Sennheiser e604) zwischen Snare und Hihat. Das Signal wird im RME (Input 1) vorverstärkt, in einer Ableton-Spur ggf. klanglich optimiert und von dort aus verschiedenen Aufgaben zugeführt:
a. Echodrums
Das Snaresignal wird (durch Output 3) via Boss A/B-Box (also On/Off) zum Delay-Gerät geschickt.
b. Echodrums advanced
Das Snaresignal wird mit einem im Kreis laufenden Synthchord und dem Freeware TAL-Vocoder „harmonisiert“ dann (durch Output 3) via A/B-Box zum Boss-Delay geschickt.
c. Roomshot
Das Snaresignal zum Return-Channel gesendet, in dem sich ein Reverb-PlugIn (Valhalla) befindet. Hinterm Hallraum befindet sich ein (Waves One-Knob) Filter
d. Looper
Das Snaresignal wird zum Return-Channel gesendet, in dem sich der Ableton Looper und eine nachbearbeitende Effektkette befindet.
e. Edrum Modul
Der Snarekanal wird zu einer weiteren Audiospur geroutet. Dort befindet sich das ApTrigga PlugIn, mit dem sich ein zusätzliches Snaresample addieren lässt.
2. Die Acidlab Bassline wird in den Input 2 des Babyface gesteckt, um ihr Signal im Ableton mit einem Filter Delay oder Resonator zu transformieren.

Ableton als Sample-Workstation
Ich habe für jeden Song-Part (Szene) maximal drei vorbereitete Clips: Bass, Akkorde, Texturen. Sowie die stumm mitlaufende Vocoder-Fläche (s.o.)
Dazu gesellen sich die zweitaktigen akustischen Drumloops (s.o.) und ein weiterer Ableton-Looper mit dem ich verschiedene Vocal-Acappelas verbinde.

Ableton als Mischpult
Den internen Click route ich auf den externen Output 4, das Snare-Signal fürs Echogerät auf Output 3 (Damit diese Lösung mit dem RME Babyface funktioniert, verwende ich dieses spezielle Sommercable).
Auf Output 1 fasse ich alle Bass-lastigen Signale zu einem Mono-Signal für den FOH zusammen (Acidlab Bassline, Ableton Bass, Kick-Loop).
Mit dem Output 2 schicke die Mono-Summe aller harmonischer und rhythmischer Events raus. Diese wird gesplittet und geht einmal direkt zum FOH, einmal via „Playstation“ (bzw. ihrem grünen Send Button) in den zweiten Eingangskanal des RE-20 und kann dort ebenfalls ge-dubbed werden.

Das Echosignal des RE-20 wird ebenfalls in mono versendet und durch eine DI-Box zum FOH übermittelt.

Den F1 Kontrol habe ich wie folgt belegt:

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Wenn ich mehr als 16 Scenes benötige, lege ich im F1 Controller Editor ein weiteres Template an.

PS. neulich sah das Setup noch ganz anders aus 🙂

Rhythmus, Textur, Tonlage und eine Wirkung, die sich überträgt

Januar 2, 2015

Ein schöner taz-Artikel, mit ebenso schöner Überschrift („Verbindlich ist die Improvisation„) über den Künstler/DJ/Trompeter James Duncan, aus dem ich folgenden Satz fast nahtlos für diverse eigene Konzertankündigugen übernehmen könnte (zum Beispiel für’s morgige NETZER Konzert in Stuttgart):

>>“Auch wenn Jazz und House so unterschiedlich sind“, betont Duncan, „gehen sie im Kern auf die gleiche Basis zurück, also Rhythmus, Textur, Tonlage und eine Wirkung, die sich überträgt, aber im besten Fall nicht greifbar ist. Diese Elemente übernehmen Bass, Schlagzeug, Melodie usw. Wenn es funktioniert, ist es, als hörten wir sie zum ersten Mal. Auch wenn Jazz nicht direkt in meinen Tracks vorkommt, prägt er mein Vorgehen. Es geht darum, einen Moment einzufangen und seine aufregende Energie an die Hörer weiterzugeben.“<<

Die Antwort des bewaldeten Zentraleuropa

November 25, 2014

Ohne genauen Fahrplan spielt sich’s leicht…
Unter der Flagge „Oliver Leicht Trio“ segeln sodann drei mit einer Midiclock verbundene Musiker in Richtung improvised-electronic-Jazz-Ambient-anywhat…
Oli L bearbeitet Klarinette und Saxophon in Ableton und mit diversem Outboard an Effektgeräten, Hanno Busch nimmt die Clock für den Doepfer Stepsequenzer und diverse Moogerfooger und Oli R spielt ab und an zum Clicktrack, tappt jedoch die Echogeschwindigkeit unsynkronisiert auf einem RE-20, Hall-Shots, Samples, sowie die Vocoderoption auf dem Traktor (F1) zum Ableton (Rechner).

Schön, dass die Veranstaltung des Hessischen Jazzpodiums auch von reichlich Presse aufgearbeitet wird:
>>Aus Frankfurt kam der Holzbläser Oliver Leicht, im Hauptberuf Klarinettist der HR-Bigband, mit einem Trio, das mit elektronischer Unterstützung weiträumige Ambient-Bögen spannte und mit repetitiven und weiterführenden Klangereignissen anreicherte – eine meditative Fantasiereise, die sich wie eine Antwort des bewaldeten Zentraleuropa auf die unterkühlte Dramatik des Norwegers Nils Petter Molvaer ausnahm.<< Frankfurter Rundschau

>>Die drei oder vier bis kurz vor Mitternacht gespielten langen Kompositionen entfalten eine eigentümliche, faszinierende Wirkung. […] und plötzlich ertappt man sich dabei, wie man mit den Füßen wippt und die entwickelten Klanglandschaften und die endlosschleifenartig wiederholten Melodien einfach nur schön findet.<< Gießener Allgemeinen

Den schönen Schlusssatz des Rezensenten des Gießener Anzeiger muss ich einfach etwas transformieren: >>Wenige Puristen im Publikum verließen zwar den Saal, jedoch spendeten die Hartgesottenen wohlwollenden Beifall und erfreuten damit sichtlich die Musiker.<< Gießener Anzeiger

Hartbrand

August 5, 2014

Am Samstag hat mir Joh „monojo“ Weisgerber (Bassist der Ruffcats) von seinem Hartbrand Duo erzählt, das mit Bass und elektrischem Schlagzeug elektronische Musik irgendwo zwischen Four On The Floor und Industrial improvisiert. Der Schlagzeuger Bernhard Range beschreibt den Signalfluss auf seiner Webseite wie folgt:

>>We improvise industrial flavoured electro in a unique setup using the following gear: Monojoh is routing his bass through an analog filter section and some other pedals. He then is able to sample it using an Elektron Oktatrack. Slicing the audio in bits and pitchshifting those creates super weird sounds and melodies.
My setup consists of a drumpad by Roland (spd-sx), an Arturia hardware synth, Ableton Live and a Faderfox controller. The drums audio goes through a two way effect section in Ableton and can be looped in two instances (channels). With the synth the midi can be looped going then back to the synth so I have the hands free to adjust the sound while playing drums with my right hand. After this the audio coming out of the synth then can be looped again likewise the drums-setup.<<


check‘ den Lichtschlauch!

Joh erklärte mir zudem eine ihrer Übe-Prozeduren, eine Art Zirkeltraining, bei dem im 3-Minuten Turnus eine Idee zu ihrem Höhepunkt entwickelt werden muss. Nach einem akustischen Zeit-Signal folgt der Breakdown und das Spiel beginnt von vorne.

Die zeitliche Begrenzung passt wiederum gut zum Übe/Metronom-Konzept von Benno Sattler: Mit seinen „Time Packs“ favorisiert er ein Zeitfenster von 32 Takten, das 3 mal durchgespielt wird.