Archive for the ‘Edit’ Category

schöne Pfeife

Oktober 2, 2009

Kaum habe ich die frei-kreisende MIDIPipe schätzen gelernt, finde ich diesen tollen Kunstgriff auf delamar.de:

Denn damit >>kann man einen MIDI-Eingang auf ein Modul schicken in MIDIPipe, was aus allen Note-Off Nachrichten, Note-On Nachrichten generiert. [Diese] Note-Off auf Note-On Konvertierung benutze ich für Ableton Live um damit Drop-Outs erstellen zu können. (Note steuert Mute in Track. Durch das umwandeln schickt man zwei Noten an den Mute. Dieser macht also erst Mute und gleich wieder an.)<<

Genau das habe ich mir immer gewünscht, einen mitlaufenden Zuspieler durch Schläge auf das SPD-S zu durchlöchern!

Pssst!

Juni 24, 2009

STILLE – RUHE – PAUSE – LOCH

ist ein spannender musikalischer Paramenter, der gleichermaßen vom ausführenden Künstler wie vom Publikum geformt werden kann. Joachim Kaiser spricht seine Gedanken in Bezug auf die klassische Musik aus, ich erkläre die zwei unterschiedlichen Stille-Arten bei einem produktionstechnischen MUTE und zitiere aus den „e-Beats am Drumset“ (Seite ?)

>>“Mute“ ist das Stummschalten eines einzelnen Instruments oder des kompletten Grooves zu einer bestimmten Zählzeit für eine bestimmte Anzahl von Schlägen. In der Studiopraxis verwendet man dafür den Mute-Schalter am Kanalzug des Mischpults [der DJ machts mit seinem Volume-Fader, und auskomponierte „Lücken“ sind mittlerweile nichts aussergewöhnliches]. Dabei muss man zwei verschiedene Kunstgriffe unterscheiden:

1. Ein Kanal oder eine Instrumentengruppe wird stummgeschalten, die dazugehörigen Effekte jedoch nicht. Diese klingen noch in das erzeugte „Loch“ hinein. Das bedeuted für die dich in der praktischen Umsetzung, du hörst an der betreffenden Stelle auf, den Groove oder ein bestimmtes Instrument zu spielen und die zuletzt gespielten Instrumente klingen natürlich aus.

2. Die Spur wird mit allen Effekten gemuted. Sämtlicher natürlicher und künstlicher Nachklang wird abgeschnitten. Die Stummschaltung hinterlässt eine völlige, sehr unnatürliche Stille. Für dieses Klischee stoppst du die Hi Hat oder das Becken per Hand ab oder dämpfst eine nachklingende Trommel durch Auflegen deiner Hand.

Das „muten“ hat sich als wichtige Technik etabliert, um programmierte Grooves abwechslungsreicher und lebendiger zu gestalten. Vor allem im Hip Hop werden texlich wichtige Aussagen durch ein „Rhythmus-Loch“ hervorgehoben.<<

psst

 

Wovon ich rede

August 6, 2008

Der Zufall, bzw. Fola’s ungeheures Lesetempo zwischen Soundcheck und Show, hat mir Haruki Murakami’s „Wovon ich rede, wenn ich vom laufen rede“ als Reiseliteratur bescheert. Ein auf eigene Weise spannendes Büchlein, irgendwo zwischen gedankenentführender Erzählung und fesselndem Lehrbuch.
Passt bestens hierher:

>>In Interviews werde ich bisweilen gefragt, was die wichtigste Eigenschaft für einen Romanschriftsteller [Trommler] sei. Unnötig zu sagen: Seine wichtigste Eigenschaft ist Talent. […]
Talent ist weniger eine Eigenschaft als vielmehr eine Voraussetzung. Ohne Treibstoff läuft auch der schnellste Wagen nicht.
Das Problem mit dem Talent ist jedoch, dass sein Besitzer dessen Ausmaße und Qualität nicht bestimmen kann. Talent hat seinen eigenen Willen und quillt über, wann es ihm passt. […]
Bei der zweitwichtigsten Eigenschaft eines Schriftstellers [Trommler] muss ich nicht lange überlegen: Es ist die Fähigkeit, seine gesamte Begabung auf das im Augenblick Wichtige zu konzentrieren. Wenn ein Künstler dazu nicht in der Lage ist, wird er nichts Bedeutendes schaffen. Gelingt es ihm jedoch, seine Kraft wirkungsvoll zu nutzen, kann das sogar – bis zu einem gewissen Grad – ein mangelndes Talent ausgleichen. Ich widme mich täglich morgens drei bis vier Stunden meiner Arbeit [naja…] . Während ich am Schreibtisch [Schlagzeug] sitze, richte ich mein Bewusstsein ganz und gar auf das, was ich schreibe [trommle]. Ich sehe nichts anderes und denke an nichts anderes. Selbst wenn ein Schriftsteller [Trommler] über große Begabung verfügt und es in seinem Kopf von Ideen nur so wimmelt, kann er wahrscheinlich, wenn er zum Beispiel große Zahnschmerzen hat, nichts schreiben [- zumindest nichts kreatives – trommeln]. Der Schmerz behindert seine Konzentration. Das meine ich, wenn ich sage, ohne Konzentration könne nichts entstehen.
Das Nächstwichtigste beim Schreiben [Trommlen] ist Ausdauer. […]
Ich würde die Konzentration mit einem tiefen Atemzug vergleichen, den man möglichst lange anhält. Ausdauer hingegen ist wie ein ruhiges, langsames Ausatmen. Die Kunst besteht darin, den Atmen anzuhalten und gleichzeitig weiterzuatmen.
Wer dieses Gleichgewicht zwischen Konzentration und Ausdauer nicht finden kann, dem wird der Beruf des Schriftstellers [Trommlers] große Schwierigkeiten bereiten.
Im Gegensatz zum Talent kann man sich diese Fähigkeiten durch Übung [und Geduld] aneignen und sie steigern.<<

Ähnlich wie Herr Murakami viele Parallelen vom intellektuellen Schreibvorgang zum körperlichen Laufen zieht, wechsel ich im Text einfach den Schriftsteller durch einen Trommler aus. Und bin mitten im Thema.
Und bekomme große Lust zu joggen, leiden/schaftlich zu üben, wieder und wieder das eindrucksvolle Alltags-Fundbüro via blog zu strukturieren. Denn auch
>>… ich kann viele Dinge nur begreifen, indem ich meine Gedanken zu Papier bringe. Ich muss verfassen, um zu erfassen.<<
Hach ja!