Archive for the ‘E-Musik’ Category

The Tags Tapes

Dezember 2, 2012

THE TAGS TAPES

Passend zum Knistern der ersten Adventskerze hier eine halbe Stunde Musik, die ich anlässlich des „Neue Töne Open“ Festivals zusammengeklebt habe.

Ein Klangband in Bezug auf das Festivalmotto („Das Material des Anderen im Eigenen“) und das Thema Referenzialität – natürlich auch ein Ausschnitt meiner persönlichen Antriebe.

Den Rahmen bildet mein e-Beats ABC, das von „Null und Eins“ bis „Zitat, Zufall, Zuspieler“ stellenweise zitiert und klingend inszeniert wird.

Die detailierte Trackliste kannst du der Sprechblase entnehmen.

Der Anspruch der elektronischen Musik

Juni 15, 2012

Eigentlich hätte ich gerne einem alternativem Fussballkommentar auf marcel-ist-reif.de gelauscht. Ging leider nicht, wegen irgendeinem Flash-Problem. Deswegen ließ ich mir die letzte Viertelstunde England-Schweden von Don Prestons „Electronic Music“ aus dem Jahre 1967 vertonen.

Angefixt dazu hatte mich der Diederichsen Artikel im Spex #339. Genaugenommen dieser Absatz:

>>Manchmal ist es ein Vorteil, wenn Leute nicht in erster Linie in Konzepten denken, sondern als Musiker. Preston ist einer der wenigen Leute, die einen Zusammenhang zwischen live gespielter, gerne auch improvisierter Musik und dem Bau und der Konstruktion elektronischer Instrumente gesehen und ausgetragen haben. Dafür musste er ständig zwischen den Welten pendeln, die sich weder damals noch heute verstehen: E-Musik, Jazz und Popmusik. Doch das Pendeln war nur logisch: In der ersten Disziplin wird Musik vor allem geschrieben, in der zweiten vor allem gespielt und in der dritten vor allem im Tonstudio bearbeitet. Der Anspruch der elektronischen Musik hätte aber sein können, diese drei Komponenten zu vereinen, zumindest Preston hat sich darum bemüht.<<

Dynacord/Troyan

Juni 13, 2012

Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass die Trommel-Samples der Dynacord e-Drums von einem Troyan Schlagzeug stammen?

like Van Halen without having the technical chops to achieve it

Oktober 6, 2011

…oder doch eher: krautig, kraftwerkesk und mit diversen elektronischen Trommelgeräuschen und Basteleien von Sebastian Thomson. Die Trans Am „Futureworld“ von 1999 ist jedenfalls ne schicke Scheibe. Dass ich sie in einem Laden namens „Echobeat“ erstanden habe, freut mich besonders…

Seb Thomson aka Publicist trommelt aber auch clubbige Soloshows, das Schlagzeug in mitten der Crowd plus Vocoder-Gesang. Organic Electro Beats…

Hier noch ein Ausschnitt seiner Sound-und Travel-Philosophy:

>>As long as the stands (and throne!) work, honestly I’m much more concerned about the PA and the sound person than I am about the kit. With 10 minutes of tuning and with the triggers* and moongels** I can get any kit to work for me. But the PA and soundman is not something I have control over so I usually like to have a nice chat with him or her and a decent sound check.<<

*>>[The triggers on the kick and snare] are hooked up to a drum module that generates electronic kick and snare sounds whenever I hit those drums. I use those because a) I want my drum parts to sound slightly synthetic and b) I don’t travel with a sound man and this way I can have a consistent good kick sound no matter what drum or mic or PA I use.<<

**>>I’m making club music, and in any kind of club music (except maybe for drum and bass which I am not doing) a ring-y snare just gets in the way. In fact the snare is demoted in club music and is secondary to the kick. Think of disco records, the snare is always dead and deep. So with the four moon gels I can get that sound, plus when I’m traveling it almost doesn’t matter what snare I use.<<

einpfeifen

Juni 3, 2011

Das knisternden Konzert im Stromraum-Kleinod lief mir gut rein: Clickfreies improvisieren und interagieren – fast ohne Absprachen.

Joerg: Wir fangen ultra langsam an und drosseln dann gemächlich das Tempo.
– Wir machen vielleicht (und dann tatsächlich) eine Pause.
– Das zweite Set beginnt mit einem gradlinigen Hiphop Beat (= krasser Bruch)
– Wir versuchen aus einer Energiewolke heraus gemeinsam aufzuhören.

Auch das kultivierte Feedback (von der Sherman-Filterbank, vom übersteuerten Echo, vom Publikum) war großes Thema. Um so mehr freute es mich, auf der Rückfahrt etwas über das schöne Wort „einpfeifen“ zu lesen:
>>Sunny ist unser Tontechniker und pfeift wohl gerade die Anlage ein. Das bedeutet so viel alle Kanäle frei pusten, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls fiept es beim Einpfeifen. Das muss so sein.<<
Tino Hanekamp „So was von da“ Seite 64

Hand Drawn Sounds

Juni 8, 2010

Hut ab vor Norman McLaren, der 1940 schon die kamerafreie Zelluloid-Kunstform aus der Beliebigkeit hieven konnte: er bemalte nicht nur das Filmmaterial, sondern zeichnete sich auch die eigene Tonspur (a. mit der Möglichkeit zur Synchronität, b. mit einer ganz persönlichen elektronischen Klangqualität). Hier die „Dots“ aus der frankfurter Ausstellung:

Sowie eine schicke Doku zur Idee und technischen Umsetzung der „Hand Drawn Sounds“.

Music is sound which has been organized

Mai 2, 2010

Hier die 27 minütige Dokumentation „What the future sounded like“ über die britische Synthi-Pioniere EMS:

Übrigens: >>Music is sound which has been organized<< stammt von Tristram Cary.

Oli Rubato

Februar 28, 2010

Gestern: Percussion Mania.

Mit unglaublich vielen und völlig unterschiedlichen Rhythmusmachern plus Sinfonie-Orchester wurde gestern in der Jahrhunderhalle eine zweistündige Revue über 100 Jahre Beatkultur bestritten:

Ballett, freakige E-Musik aus dem Jahr 1931 (Edgard Varèse „Ionisation für 41 Schlaginstrumente und zwei Sirenen“), sowie heutige E-Musik mit Martin Grubinger, diverse Rudiment-Virtuosen, ein toller Energie-Drummer (Sebastian Lanser vom Panzerballett), DJ-Approach, Rap-Attitude (durch Blumentopf), Dancefloor Bezug und Pop-Perlen.

Alles sehr bunt, beeindruckend, inspirierend. Und lehrreich, da ich noch nie mit so einem riesigen Klangapparat zu tun hatte.

In der Vorbereitungsphase musste ich als allererstes mein Noten-Italienisch auf Vordermann bringen, sprich, die folgenden Vortragsbezeichnungen googeln:
rallentando (verbreiternd, verlangsamend)
a tempo (im ursprünglichen Zeitmaß)
molto (viel, sehr)

Während der Proben dann ging es vor allem darum, ein Gefühl für das Dirigat zu entwickeln, bzw. herauszufinden, wie (eigentlich: wann) das Orchester, die Bewegungsinfo des (wirklich coolen) Dirigenten umsetzt. Dass ich früher im Varieté diverse Aktionen der Artisten und Clowns punktgenau vertonen musste, hat mir erstmal gar nichts geholfen. Vielmehr war jetzt das Gegenteil gefragt, nämlich das optische Signal, konsequent und deutlich später umzusetzen.

Ausserdem musste ich meine „Dynamik-Angebot“ völlig neu strukturieren, sowohl spieltechnisch (durch stark unterschiedliches Schlag-Material), als auch in puncto Klang (viiiiele Geschirrtücher und Cympads).

Ich bin erleichtert, dass alles gut über die Bühne ging und schau mir jetzt mit einer Mozartkugel im Mund den Video-Mitschnitt an…

PS. rubato = frei, nicht im strengen Zeitmaß

Simmons Blog

Oktober 10, 2009

Wolfgang Stoelze vom Simmons-Museum führt jetzt auch einen Blog. Gut, wie ich finde 🙂

nicht gewürfelt, sondern gescannt

März 13, 2009

Mit den Barcode-Beats hat die aleatorische Kunst-und Konzeptmusik einen modernen Ansatz gefunden, der die elitären Aufführungs-Strukturen aufbricht: er funktioniert in jedem Kaufladen…

Respekt vor der Idee und ihrer Programmierung, aber als musikalische Anwendung ist das mir dann doch zu langweilig. Auf die Frage, wie den nun eine Packung Reis oder das Glas mit den schwarzen Pfefferkörnern klingt, will ich auch in Zukunft den Gegenstand lieber schütteln als einscannen.