Archive for the ‘Attitude’ Category

Petition 111001

Juni 22, 2020

Auch wenn ich davon ausgehe, dass meine Filterblase längst von (der Dringlichkeit) dieser Petition mitbekommen hat, weise ich darauf hin, dass nur noch bis Donnerstag mitgemacht werden kann (sollte – weil noch ein paar dringend benötigte Unterschriften fehlen); click:

Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige

I live you

Juni 20, 2020

Gestern Abend ging’s (auch) um das 81er „What Cha‘ Gonna Do for me“ Album von Chaka Kahn. Später konnte ich kaum einschlafen, da ich mir den grandiosen Bass-Fill im Titeltrack ungefähr 5000 Mal angehört habe:

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Das Notenbild entstammt der Transkription von Stevie Glasgow, nachhören lässt sich die Anthony Jackson Performance bei 3.12′, den Vibe nachempfinden kannst du hier:

Auch Steve Ferrone trommelt den Song fantastisch, mit Pony Hihat Pattern und eins a Fill Ins. Er hat sich übrigens heute – genau eine Woche nach seiner Knie OP – wieder hinters Drumset gesetzt und freudig gezockt:

Mein Lieblingstrack des Albums (und mit dieser Rhythmusgruppe) ist übrigens „I know, I live you„, gerne auch im Danny Krivit Mix:

PS. Hier noch der schöne Ausschnitt des Jazz in Concert Interviews mit Anthony Jackson, in dem es um Musikmaschinen geht:

>>I’m old fashioned, and very idiolistic about that. My feeling is, I’ll outplay anybody using the machine or i’ll die. I don’t care. The day that the machine outplays me they can plant me in the yard with a corn, and I mean it, I’m very serious. I will not permit myself to be outplayed by someone using the machine. I’m just not gonna permit that.<<

Und trotz der klaren Worte geht es ihm letztlich um die Person die hinter Instrument oder Maschine steht. Solange es die Kreativität beflügelt, Musik bereichert = top! Hat Jacksonselbst ja wunderbar erfahren, als er sich 1973 bei Manny’s Music in New York einen Maestro Phase Shifter PS-1A besorgte, obwohl ihn der Verkäufer nachdrücklich warnte, dass das Teil nicht mit dem Bass funktionieren würde.
Dank Vision stur geblieben, zack, mit dem O’Jay’s Hit, „For the Love of Money“ Bass-Geschichte geschrieben.

Gatekeeper & Gapclicks

Juni 19, 2020

Schöne Geschichte, die Anekdote zu Chaka Khans „Night in Tunesia“ (1981)

Unschöne Geschichte, dass diverse Musikmagazine schwer in Not geraten sind. Der Spex Online Redaktion wurde offenbar gekündigt, Groove und JazzThing brauchen dringend rettende Abonnenten! Und der großartige Sticks Chefredakteur Axel Mikolajczak geht bald in den Ruhestand (was ich mir gar noch nicht vorstellen kann…)
Hey, wir brauchen doch die lässigen Gatekeeper!!! Die Guten, die uns an der Hand nehmen, uns durch den Dschungel der Vielfalt führen, uns informieren, mitreißen…

Schöne-schöne Idee: die Gap-Click App von Benny Greb! Endlich gibt’s ein simples Metronom, in dessen Puls sich u.a. Lücken programmieren lassen. Diese Option wird nicht nur Hiphop Nerds begeistern, sondern auch die Freunde der „Inner Clock„.

zuhören

Juni 4, 2020

Wenn wie am #blackouttuesday schwarze Quadrate erstellt und geteilt werden, ist das schon mal eine solidarische Positionierung, ein Anfang, der jedoch unbedingt fortgeführt werden sollte. Ähnlich wie ein Fill-In, das Aufmerksamkeit erzeugt, um in einen aufgehenden Refrain zu münden… aber dieser muss dringend noch komponiert und zum Mainstream Hit werden.

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>>Rassismus ist keine Erfindung von Trump und sogar mit gutem Willen nur schwer zu bekämpfen. Zumal derlei Denkmuster sich oft unbemerkt und unbewusst einnisten. Kaum jemand hält sich selbst für rassistisch, womöglich nicht einmal der Polizist, der für den Tod von George Floyd verantwortlich ist. Ohne die allseitige Bereitschaft, einander zuzuhören und viel guten Willen aufzubringen, sind Veränderungen gerade in diesem, auch in psychologischer Hinsicht sensiblen Bereich nicht durchsetzbar.<<
taz, 03.06.20

Zuhören können wir doch eigentlich gut. Sind diesbezüglich bestens trainiert, wenn ich an all die inspirierende Musik, Lieblingsdrummer in Aktion, Hörbücher oder Online Tutorials denke, mit denen wir uns intensiv befasst haben.
Das nächste Level – Einander zuzuhören – ist deutlich schwieriger, aber super wichtig. Egal ob in Band oder Beziehung, in puncto Problemen und Visionen.
Und dann: Auseinandersetzung, Aktion (bzw. Refrain).
Jetzt müssen ein gemeinsamer Weg eingeschlagen, die guten Kompromisse gefunden werden, was im Idealfall die rein rechnerische Summe der Einzelteile übertrifft.

Wird gemacht!

PS. Ich höre mir jetzt „Exit Racism“ Hörbuch von Tupoka Ogette an. Und Gilles Petersons Playlist „Songs of Protest, Resistance and Freedom

Der Schulte Phaser von Dieter Seelow

Mai 15, 2020

Da kam heute ein schönes Päckchen an, drinnen der sogenannte Schulte Krautrock Phaser (Compact Phasing „A“). Schön, weil äußerst schick designt, weil eigen klingend, weil sagenumwoben, aber vor allem schön, weil es der Phaser von Dieter Seelow ist und sein Spirit in meinen Effektschleifen zukünftig immer auch ein klein wenig mitklingen wird!

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Dieter hat bestimmt indirekt meine Echoleidenschaft geschürt, weil er der erste Nicht-Gitarrist war, der sein Instrument (Saxofon) ganz selbstverständlich durch ein Tape-Delay und andere obskure Effekte schickte (wie zum Beispiel Maestro Rhythm & Sound oder eben jenen Compact Phasing „A“). Auf jeden Fall war ich mächtig stolz, mein überhaupt drittes Konzert mit ihm (der in meiner Heimatstadt Schorndorf als Jazzrock-Legende gehandelt wurde) spielen zu dürfen. Es war 1986, auf der Hochzeit meiner Mama:

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Entfacht wurde das Delay-Thema übrigens durch Holgers metallic grünes Ibanez DDL (links unten), das ist aber eine andere Geschichte…

Als Sabine Seelow netterweise angeboten hatte, dass Dieters ehemalige Instrumente doch gespielt gehören, hätte ich mir logischerweise das Korg Stage Echo aussuchen müssen – aber hey, das Teil hatte ich mir längst zu Dieters Lebzeiten besorgt – also fiel die Wahl auf den Phaser. Nicht nur aufgrund der oben beschrieben Schönheiten, sondern da auf seiner Gehäuserückseite die „number one“ Randnotiz prangt, die zum Titel unseres gemeinsamen Albums wurde*.
Danke, liebe Bine! Ich freue mich auf viele schöne, vom Krautrock Phaser veredelte Echodrums…

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* erinnert mich direkt an die Bandnamen-Findung bei Modeselektor:
>>Gernot and I wanted to do a remix for a jazz band and we still didn’t have a name for our joint project. Because we often used the Space Echo and there’s this big switch with Mode Selector on it, it was just obvious. Then we simply wrote it together and replaced the C with a K. And so we became Modeselektor.<<
Sebastian Szary im Interview in Tabita Hub/Michael Matlak/Florian Anwander „R is for Roland“ (Seite 272, electronic beats, 2015)

 

look at improvisation as a game

Mai 10, 2020

Jojo Mayer hat für den tollen Ted Talk  „A Plea for Improvisation“ mal wieder ein Pitch-Delay und Hallpedal aufgebaut. Das gefällt mir sehr, seine Statements fast noch mehr*:

Hey, auch Jochen Rückert garniert heuer sein Getrommel mit Dubechos. Top!

Und Joe Clegg entdeckt die Stärke des Moog Chorus, Space Echo ist ebenfalls an.

* nach dem Effektgehasche hier mein J. M. Notizzettel:
>>improvisation as a useful idea for everyone

performing without preparation? Indeed the preparation is acquiring a state of mind that allows us to function without the security of a preset protocol.
to have the freedom to visualize, recognize & exploit unexpected oportunities at the spur of the moments.
look at improvisation as a game – you get better by playing

improvisation is real time problem solving: a technique to create order from chaos

improvisation as response to a new cultural challenge, the challenge of an increasingly unpredictable and fast approching future
improvisation is gonna be a part of the frontier that distinguishes humans from machines.
improvisation is  the opportunity to refine and develop our ability to improvise as adults, that allows us to encounter the unknown no longer as an enemy but as an accomplice to our creativity, our growth and our authentic lives<<

Genussmittel

Mai 4, 2020

Wochenstart ist nicht immer einfach (vor allem für die schulpflichtigen Mitbewohner). Meistens helfen zumindest mir zwei Bilder: die Freude über die grafische Nähe von Laugenbrezel und Espressobohne (morgens), sowie der Blick ins Bastel-Chaos (anschließend).

Allesamt großartige Genussmittel, aber auch wichtige Zutaten während der aktuellen Vorbereitung eines Duo-Live Gigs mit Oliver Leicht (Stage@Seven, Livestream aus  dem hessischen Rundfunk, am kommenden Donnerstag 07.05. um 19h).

Um ein schönes Spagat hinlegen zu können, höre ich darüberhinaus lupenreinen „Frankfurt Sound“ aus dem Dorian Grey und die Konitz Alben „Motion“ (mit Elvin Jones) und „Lee Konitz with Warne Marsh„.

Dann habe ich ja auch noch die „Crown Albums List“ (aus dem Penguin Guide to Jazz) entdeckt, aber die schaffe ich heute nicht mehr… vor allem weil ich für die Kinderabteilung noch was Erheiterndes prüfen will, die Taxi Geschichten von Saša Stanišić.

 

draußen Regen, drinnen bunt

April 30, 2020

Heute möchte ich mal den Burial Spaceape Beat knacken. Das Gerüst jenes Tracks, der im hochgelobten Dubstep Debut Album von 2006 in fast jeder Kritik (als einziger) durchfällt…

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Auch nicke ich zu diesem schönen Satz von Mike Huckaby: >>Mich interessiert das Innenleben von Tönen, von Sounds. Ich versenke mich gerne in Geräte.<<

Und versuche, meinen Terminkalender auf den aktuellen Stand zu bringen. Da ich nicht weiß wie behelfe ich mir mit Stift und Papier:

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Und da ich kürzlich den #throwbackthursday  kennengelernt habe, mache ich halt auch mal mit…

In den anderen sozialen Medien sind die Inselplatten Top 10 mal wieder schwer angesagt. Und ich liebe ja solche Listen, aber auch den Regelbruch – deshalb jetzt hier meine Top Ten:

Brian Blade „Fellowship“ (1998)
Massive Attack v Mad Professor „No Protection“ (1995)
Billy Cobham „A funky Thide of Sings“ (1975)
D’Angelo „Voodoo“ (2000)
Pat Metheny „Watercolors“ (1977)
Herbie Hancock „Mr. Hands“ (1980)
Everything but the Girl „Walking Wounded“ (1996)
Maurizio „M Series“ (2003)
Fila Brazilia „Maim that Tune“ (1995)
Joni Mitchell „Hejira“ (1976)
Rhythm & Sound „The Versions“ (2003)

Und wenn schon farbenfroh, dann unterschriebe ich direkt mit meinem neuen Echo-Stempel – welcher gefällt denn besser?

 

Ich, du & Prince

April 27, 2020

Dank der richtigen Referenz freue ich mich fast ein bisschen aufs Masketragen!

#maskeauf

Augen zu, was klingt am besten?

April 24, 2020

Hey liebe Tonmenschen, audiophile Freaks, Recording Drummer & sonstige goldene Ohren!
Mich würde euer Höreindruck und Geschmack brennend interessieren. Es geht um drei verschiedene Vorverstärker, mit denen ich im Proberaum meine Grooves aufnehme. Ich habe zwei Audiointerfaces mit On Board Preamps (ein Metric Halo 2882 und ein RME Babyface), sowie ein kleines Acousta P-100 Rundfunkpult (dessen Preamps verwendet und direkt zum MH weitergeleitet werden).
Was klingt für euch am Besten – 1, 2 oder 3?

Und weil ich die Files nicht nach den Preamps benannt habe, ist es auch ein kleines Spiel, bei dem man gerne tippen kann, welche Aufnahme mit welchen Gerät gemacht wurde. Dazu habe ich ein U47fet als Mono-Overhead aufgestellt, ein Beyerdynamic M380 in die Kick gepackt und dreimal hintereinander einen ähnlichen, unspektakulären Mini-Beat getrommelt – nicht gerade Laborbedingungen, I know, ging aber nicht anders…

Hier die unbehandelte Overheadspur 1 bis 00:37 2 ab 00:41 3 ab 01:22
Die unbehandelte Kick: 1 bis 00:38 2 ab 00:42 3 ab 01:23

 

Letztlich würde ich gerne eine Zukunft planen, bei der bezüglich der Frage vintage vibes vs. kompakt & reisefreundlich allein das Klangresultat entscheidet. Freue mich über Antworten (in den Kommentaren, via FB, IG oder als Email) und sag‘ schon mal Danke 🙂

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Hey, große Freude – vielen Dank fürs mithören und -spielen!!!
Die für mich wichtigste Erkenntnis: die Unterschiede sind marginal, die Geschmäcker glücklicherweise verschieden. So dass bei aller Technikverzückheit letztlich immer noch Idee und Inhalt deutlich im Vordergrund stehen. Ich selbst drehe ja leidenschaftlich gerne an alten Knöpfen herum und solange dadurch die Stimmung angehoben wird, spricht auch nichts dagegen – schwierig wird’s, wenn die Forschungsreisen zum Ablenkungsmanöver werden und das eigentliche Ansinnen – was zu (er)schaffen – ausgebremst wird.
Flo König bringt’s auf den Punkt: „Ich finde, dass ein schneller und möglichst unkomplizierter Workflow anzustreben ist.“
Ach ja, #1 ist das RME Babyface, #2 das Metric Halo 2882 und #3 die Preamps des Acousta P-100 (via MH)