Feeding the Machine

Unter der Überschrift „Einsamkeit und Hall“ hat mir die aktuelle Ausgabe des Jazz Thing Magazins das neue Album von Moses Boyd („Feeding the Machine“) ans Herz gelegt, ein von Hugh Padgham produziertes Schlagzeug-Saxofon-Synthi-Trio. Gefällt mir gut!

Ebenso inspirierend: das Interview, das Pablo Held mit Maria Schneider geführt hat.
>>Manchen Menschen fällt es schwer, über ihren Schaffensprozess zu sprechen. Einigen ist es unangenehm, weil sie intuitiv gestalten und es nicht analysieren können. Andere fürchten, ihm das Magische zu nehmen und es zu zerstören, wenn sie darüber sprechen. Aber für mich ist das Gegenteil der Fall, denn ich glaube, wenn man analysiert, was man intuitiv tut, und versucht, es zu verstehen, kann das einem helfen, die nächste Stufe der Intuition zu erreichen und sich selbst besser kennenzulernen. Einige wollen aber auch einfach ihre Geheimnisse nicht preisgeben und haben Angst davor, imitiert zu werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass das nicht wirklich möglich ist. Zum Beispiel hat niemand besser Bebop gespielt als die ersten Bebop-Spieler/-innen. Nachahmung ist nie wirklich effektiv, also mache ich mir darüber auch keine Sorgen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Man lernt zwar Dinge von anderen, aber man muss sie auf seine eigene Weise angehen, sonst fühlt sich deine Musik nicht an wie deine eigene. Letztlich müssen wir uns alle dieser Herausforderung stellen, den unbekannten Fragen und dem Herumtasten im Dunkeln.<<

>>Mir etwas auszudenken, das mich wirklich fesselt, fällt mir einfach schwer. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie fängt man an? Wie taucht man in diesen Modus ein? Ich muss da immer ans Schwimmen denken. Stell dir vor, du bist an einem See, du bist trocken und warm. Alle anderen sind im Wasser und haben Spaß, du willst aber nicht rein, weil es so kalt ist und du nicht nass werden willst. Wenn du dann
doch reingehst, mag es tatsächlich zu kalt sein. Aber irgendwann macht es „klick“, und du willst gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Genauso ist es auch beim Komponieren. Aus irgendeinem Grund sträubt sich bei mir alles davor einzutauchen. Ich weiß nicht, warum. Es gibt einfach diese Hemmung.
Aber wenn ich mich lange genug hinsetze und eine Idee finde, bin ich plötzlich drin, und die Zeit schmilzt dahin. Dann habe ich das Gefühl, dass ich mich in diesem besonderen Raum befinde und es all diese Möglichkeiten gibt, die ich erforschen möchte.<<

Eine Antwort to “Feeding the Machine”

  1. Sound Of Peas | E-BEATS Says:

    […] nicht nur hilflos Schreckensnachrichten zu konsumieren. Letztlich reicht dafür ja die Auslösung eines Rucks zur Überwindung. Dann: machen! Und plötzlich merkt man, wie eine Idee zunächst von anderen goutiert, dann aber […]

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