Industrial Bleeps

Richard H. Kirk, der Voltaire Kabarettist und Bleep-Techno-Erfinder ist gestorben. So beginnt der Nachruf von Jens Balzer in der „Zeit“:

>>Sie hassten die Welt, sie hassten die Gesellschaft, sie hassten alle Kunst und auch die Musik. „Wir sind keine Musiker“, sagten Cabaret Voltaire über sich selbst, als sie 1973 in ihrer Heimatstadt Sheffield erstmals die Bühne betraten. Darum hatten sie auch keine Instrumente, jedenfalls nicht im überkommenen Sinn. Ihre Nicht-Musik bestand aus Geräuschen, die sie auf Tonbänder aufgenommen hatten und dann zu endlos sich drehenden Schlaufen verflochten und mit selbstgebauten Effektgeräten verhallten und verzerrten und manipulierten; dazu schickten sie aus einem wiederum selbstgebauten Oszillator sirrende und flirrende Sinuswellen in den Raum. Manchmal grundierten sie den Krach auch mit einem Rhythmus, etwa mit dem Geräusch eines Presslufthammers in einer Tonbandschleife. Später ließen sie auch mal eine einfache Rhythmusmaschine der Orgelfirma Farfisa vor sich hin tuckern – aber niemals wären sie auf die Idee gekommen, mit einem lebenden Schlagzeuger zusammenzuspielen. Denn wenn Cabaret Voltaire etwas noch mehr hassten als die Kunst und die Musik im Allgemeinen, dann war es die Idee der Rockband.<<

Eine Antwort to “Industrial Bleeps”

  1. Message on a Drumskin | E-BEATS Says:

    […] Mensch verleiht dem innersten Gefühl, seiner eigenen Überzeugung ohne Verstellung Ausdruck. Für Richard H. Kirk, Mitbegründer der Industrial Band „Cabaret Voltaire“, bedeutete dies, dass ein Künstler nicht […]

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