hang loose

Hier mal die (meine persönliche) gute Seite der Corona-Medallie.
Kaum dass der Lockdown ausgesprochen war, habe ich erstmal wahnsinnig viel geschlafen. Zunächst war da auch die kleine Angst, der Virus könnte übergesprungen sein (denn während des letzten Konzerts brach bei Nils ein Fieber aus, letztlich ein gewöhnlicher Infekt, was aber erst Tage später dank eines negativen Tests bestätigt wurde), was bald aber einer angenehmen Kuschligkeit wich (die Familie im Nest…).
Geschlafen wurde weiterhin viel – offenbar gab’s da einiges nachzuholen. Aber auch meine Motivation wurde wählerisch: zunächst kamen vor allem Angebote für Streaming-Konzerte, die ich alle bis auf (ein bezahltes beim hr) direkt absagte: ich wollte eindeutig nicht raus, nicht unter Menschen, meine Devise war ganz klar #stayathome. Einerseits. Denn tatsächlich verspürte ich auch keine Lust, mich auf Neues einzulassen. Das bezog sich auch auf Probe-Anfragen und motivierte Zukunftspläne.
Offensichtlich gab es ein größeres Erholungsbedürfnis. Vielleicht vergleichbar mit folgendem, öfters erlebtem Körper-Delay: ich bin auf Tour, aber die Erkältung wartet brav auf ihren Ausbruch, bis die laufende Aufgabe erledigt ist und ich wieder zu Hause bin. Vermutlich hat mein Körper nun im März die Lücke entdeckt und direkt die Chance gewittert, wieder ordentlich aufzutanken.

Offensichtlich gab es aber auch Reflektionsbedarf. Es hat tatsächlich eine Weile gedauert bis bei mir der eigentliche Groschen gefallen ist, bis der Umkehrschluss angekommen ist, den ich sogar selbst steuern kann:
hey Oli, du machst notorisch zu viel, das ist selbstbezogener Raubbau (der dir auf Dauer an die Nieren gehen wird). Sieh den Zufall als Warnschuss und reduziere (so schwer dir das auch fallen wird) den Output – dauerhaft übersteuert klingt ja auch nicht gut… – und überlege mal in Ruhe, was denn wirklich wichtig, was entspannt machbar ist.

Da bin ich (nun aktiv) dran. Und die frei gewordene Zeit stecke ich weiterhin ausgiebig ins Schlafen… aber auch in die frische Luft:
Jetzt gehe ich immer wieder mal kicken (die Bewegung tut gut, dem Angst-Thema der Verletzung entschieden, dennoch bedacht zu trotzen, bringt’s ebenfalls, aber vor allem macht es großen Spaß, weite Bälle zu schlagen, schöne Pässe zu spielen) oder ich wage mich in weniger vertraute Gefilde und ziehe mit BMX oder Longboard los. Gerade letztgenannter Programmpunkt ist vom improvisierten (dem mir liebsten) Gig gar nicht weit entfernt: du musst permanent wach sein und reagieren – weisst ja nicht was kommt, wenn du dich auf einen noch nie gefahrenen Streckenvorschlag eingelassen hast. Spannung und Risiko-Faktor sind ebenfalls ähnlich, nicht selten gelangst du an persönliche Grenzen (beispielsweise wenn die Abwärtsfahrt zu schnell und Board wackelig wird) und musst entscheiden (bremse ich bzw. kann ich überhaupt noch bremsen? oder vertraue ich darauf, dass es bald flacher wird und sich das Thema von selbst löst?).
Quasi, bühnenrelevantes Üben im Freien mit Erholungswert!
Geschickt, dass wieder mal ein Konzert-freies Wochenende vor der Tür steht. Also Brückenspringen, Rhein-Schwimmen, Familienausflug oder Schlafen? Bin gespannt…

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