im Prozess bleiben

Eine kleine Anekdote, >>von der ich nicht einmal sicher weiß, ob sie stimmt, aber ist sie erfunden, dann überaus passend. Nach einem Treffen mit der Lyrikerin Ann Cotten begleitete diese Elke Erb ein Stück Richtung Zuhause, sie redeten sich aber so fest, dass sie plötzlich vor Erbs Wohnung standen. Daraufhin wurde wieder ein Stück in die Richtung der anderen gegangen, wieder redete man sich fest, wieder verpasste man die Hälfte des Weges und stand plötzlich vor Ann Cottens Wohnung. Über Poesie gibt es eben doch immer noch etwas zu sagen, zu fragen, zu denken, und es wäre eigentlich nicht verwunderlich, wenn die beiden noch immer unterwegs wären zwischen ihren beiden Wohnungen. Und wozu überhaupt stehen bleiben, wenn man ebenso gut im Prozess bleiben kann, in einer stetigen Wiederbegehung der eigenen Wahrnehmung?<<
Nora Bossong über die diesjährige Büchnerpreisträgerin Elke Erb (taz 08.07.20)

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