Hi, I am Clint

Dafür, dass ich mich am Mittwoch Mittag eigentlich mental in gemütliche Semesterferien geschickt hatte, entwickelte sich die Woche dann doch ziemlich intensiv.
Zunächst ein grandios locker aufspielender Kendrick Scott (mit zwei top genieteten Hihat Pärchen und Fuß-Schnarre links von der Hihat) in Stuttgart, dann auf der Heimreise Philos Anruf, ob ich zufällig kurzfristig bei Fatoni einspringen könnte…
Wiedermal* das einzigartige Gefühlskarussell bei dem der Zeitfaktor – schaffe ich das alles? – tunlichst ausgeblendet bzw. in tunnelartigen Aktionismus transformiert werden muss. Sprich: Live-Mitschnitte und Originals checken, Beats transkribieren, Technik zum Laufen bringen, die angedachte Spiellogistik dann möglichst noch ausprobieren.
Und dann das Nötigste in den Koffer und ab in den Zug nach Augsburg…

Dort optimaler Empfang zum anstehenden Brecht-Festival: Ein wunderbares Fatoni Team, eine architektonisch reizvolle Umgebung (Brutalismus-Kongresshalle und ein entfernt an Burj Khalifa erinnernder Hotelturm), sowie ein stimulierendes Notwist Set (mit dem tollen Andi Haberl) vor dem eigentlichen Gig.
Dank Powernap, Wechselduschen und rohen Ingwerscheiben war die Konzentration zur rechten Zeit parat. Dank bunt markierten Sheets (sowie einer hilfreichen IKEA Leselampe aus dem Merchandise Fundus), buntmarkierten Rechner Shortcuts für die Ableton Session, sowie Erinnerungsaufklebern auf dem SPD-SX, gab es einen konkreten Fahrplan, der es ermöglichte die geschmackvollen Dexter-Beatvorlagen mit Spaß zu trommeln.
Anbrennen konnte eh nichts, denn ich hatte den 15ten Nothelfer auf dem Drumriser, einen Reisebegleiter von Levi, der das Wesentliche aufgemalt hatte:
1. Schlagzeugspielen ist eindeutig eine Herzensangelegenheit – richtig oder falsch ist allenfalls zweitrangig. Also: Liebe, Groove und Energie fürs Publikum.
(ist machbar)
2. Man vergleicht eine solche Aktion gerne mit einem Feuerwehreinsatz, aber hey, auf dem Bild wurde ich treffend als Oli mit Astronautenhelm skizziert, als jemand, der sich raketenartig in andere Sphären katapultieren darf und von dort eine tolle Aussicht auf die Musikwelt, ach: das schöne Leben an sich, genießen darf.
(toll!)
3. „Hi, I am Oli“. Nicht mehr, nicht weniger. Plötzliche Wunder zu vollbringen ist nicht drin, das beste aus einer Situation zu machen jedoch immer.
Sprich, potentielle spieltechnische Überforderungen werden einfach eigenmächtig ausgeklammert und durch persönliche Alternativen ersetzt. Nimmt druck raus und vermeidet die Frustspirale des eingetroffenen (und eigentlich auch schon erwarteten) Fehlers…
(geschickt)
4. Musik machen ist das Beste auf der Welt, die Liebe zum kleinen Familienmitglied: überirdisch!

Schließlich; riesen Freude, dass alles geklappt hat und wohlige Erschöpfung.
Oder um es mit Fatonis Worten zu sagen:
Lassen Sie mich Künstler ich bin durch.

Oder um es mit dem schönen Albumcover des anderen Revolverhelden Klaus Voormann zu illustrieren:
Voller Kopf, jetzt wieder frei.

Fatoni_Klaus-Voormann_Andorra

* u.a. Mein schönstes Ferienerlebnis (Cro) – Keine Notenständer mehr (Jazzanova) – Kopfarbeit, die gute (Matthias Schweighöfer) – Freundeskreise (Freundeskreis) – On (Nils Wülker)

5 Antworten to “Hi, I am Clint”

  1. Pferd aus Glas | E-BEATS Says:

    […] elektronische Beat Kultur « Hi, I am Clint […]

  2. Oli Says:

    Die Überschrift passt auch hervorragend zum ersten Geburtstags meines Cowboy Claps: https://87bpm.wordpress.com/2019/02/15/clap-cowboy/

  3. SPD-SX Backup Load | E-BEATS Says:

    […] ja neulich mal wieder sehr kurzfristig eingesprungen. Pattern und Arrangements zu checken betraf dabei nur einen Teil der Vorbereitungen,  im anderen […]

  4. ich wünschte Andi Haberl | E-BEATS Says:

    […] und in Echtzeit ge-remixt wurden und zu einem fließenden Ereignis verwoben wurden. Neulich, beim Notwist Gig in Augsburg,  weckte Andis Spiel bei mir Gedanken an  Krautrock und Motorik-Beats, diesmal hüpften meine […]

  5. Dub a Drummer | E-BEATS Says:

    […] stöpselte ich mein Telefon – heute mit Philo Tsoungis IG Drumshare – in den Lehle P-Split und verteilte ihren Beat – einmal auf den […]

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