Das grüne Tamburin

Habe gerade einen amerikanischen Number-One-Hit aus dem Jahr 1967 endeckt, in dessen Refrain ein Bandecho-Effekt bzw. ein mittels Dub-Kunstgriff freigestellter Textausschnitt zum Signet wird.
>>Another hook is the heavy, psychedelic tape echo applied to the word „play“ in each chorus and at the end, fading into a drumroll („Listen while I play play play play play play play my green tambourine“). The echo is noticeably different in the mono and stereo mixes.<< (Wikipedia)

Das erstaunliche an diesem Fund ist, dass ich ihn dank Autowerbung und Fernsehschauen entdeckt habe, zwei Aktionen, die mich überhaupt nicht interessieren und in meinem Alttag eigentlich schon lange Zeit nicht mehr vorkommen. Und eigentlich wollte ich über Karl den Kojoten schreiben…

Einen Bezug zwischen Bandschleife und dem immergleichen Ausgang der Roadrunner-Kurzfilme herzustellen, läge auf der Hand, aber meine Erkenntnis-Verkettung verlief dann doch anders:
Im letzten Sommerurlaub hat mir Levi den Kojoten aus dem Hotel-TV vorgestellt und er wurde unser heimliche Held. Nicht nur dass ich dabei immer wieder lachen musste, mir gefiel das absurde Setting, die Ausdauer des Kojoten, vor allem die Erkenntnis, dass die übertriebene Slapstick-Gewalt keine Wunden hinterlässt.
Und in der letzten Woche sind mir die zwei Comic-Figuren wieder begegnet, beide Male beim Lesen, sowohl in Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ als auch in Friedemann Karigs Dschungelbuch (auf Seite 336):

Als ich vorhin beim Frühstück etwas tiefer in die Zeichentrick-Figuren von Chuck Jones eintauchen wollte, blieb ich bei jenem Auto-Manager hängen, der ebenfalls mit seinen Kindern den Road Runner durch das Bild rasen sah und daraufhin – offensichtlich ebenfalls begeistert – dem nächsten Plymouth Muscle Car nicht nur diesen Namen und das Comic-Konterfei, sondern auch dessen „Beep Beep“ Erkennungsmerkmal (als Hupe) spendierte. Und da ich mich in einer anderen Zeit selbst mal für amerikanische Straßenkreuzer (vor allem wegen der durchgehenden Sitzbank und ihrer roten Blinker) interessierte, habe ich direkt neugierig dieses Auto gegoogelt und folgende Werbespots (inklusive des Lemon Pipers „Green Tambourine“ Songs) entdeckt:


Abseits aller Nostalgie, jetzt die Möglichkeit der Zweitverwertung:
Des Roadrunners „Meep Meep“ impliziert einen Groove und wird auf jeden Fall als Beatsample gecheckt und die von Friedemann erwähnten 9 Minuten 13 lassen sich durchaus als hörspielartige Klangtapete verwenden.

 

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