klangästhetisches Äquivalent zu Besenfrisur und Schulterpölsterchen?

Kevin Coyne ist bei mir in den Mid-Eighties verankert. Ich erinnere mich dunkel an das WAAhnsinn-Album und die „Rolling Stone“ Performance mit BAP, so dass ich die Hommage an den 2004 verstorbenen Singer Songwriter vor allem wegen der sagenhaften Schreibe von Karl Bruckmaier gelesen habe.

>>Die Alben, die immer noch regelmäßig erschienen, litten in den Achtzigern unter zweierlei: Zum einen schreckte Kevin nicht davor zurück, den klangästhetischen Äquivalenten zu Besenfrisur und Schulterpölsterchen nachzugeben (Linn Drums etwa), zum anderen ließ er jetzt seiner Abneigung gegen Produzenten freien Lauf. Er hasste es, Songs mehrmals aufzunehmen, an der Musik zu arbeiten, überhaupt sich groß vorzubereiten, sondern spielte Musik ein, wie andere eine Bank überfallen: rein, rumschreien, raus, fertig. Schließlich war das seine Stärke – mit der Hand in die Luft zu greifen und aus ein paar wenigen Wörtern einen Charakter schaffen, der das Gegenüber faszinieren konnte. Eine Figur, die sofort zu leben anfing, wenn Kevin den Mund aufmachte.<< (aus „Same same but different“ taz, 25.01.19)

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