Eine kleine Geschichte zum Beistelltisch

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Als ich gestern im Venue nach einer Abstellmöglichkeit für mein Effektbrett, einer Getränkekiste oder Ahnlichem, gefragt hatte und postwendend mit diesem perfekt passenden Tischchen aus dem Fundus versorgt wurde, freute ich mich für einen Augenblick über die schmucke Lösung, und widmete mich dem weiteren Aufbau, bis plötzlich der Herr des Hauses an der Bühnenkante erschien und lautstark in meine Richtung zeterte – ich hatte die Aktion weder auf mich bezogen, noch genauer hingehört, erst als mehrfach das Wort „Mobiliar“ fiel, dämmerte mir, dass der Grund seines Ärgers in jenem Beistelltisch liegen könnte – egal, für mich gab es keine Grund auf diese Cholerikattacke zu reagieren. Zumal keine Lösung/Alternative vorgeschlagen oder gewünscht wurde und ich das Teil ohnehin nur als Ablagemöglichkeit verwenden würde. Also weiter.
Nachdem Soundcheck gab es eine zweite Schimpftirade, diesmal ging es um irgendwelche Stehlampen, die ungefragt für die Bühnendeko verwendet wurden –  diesbezüglich hatte noch weniger damit zu tun, musste mich dann aber doch aus dem Schalltrichter wegbewegen – denn wütend schreiende Menschen, immer unangenehm!
Irgendwie hielt sich dann doch ein fader Nachgeschmack, weshalb ich mir heute morgen beim Duschen eine alternative Reaktion erträumte. Vielleicht hätte ich doch aktiv werden und antworten sollen und zwar irgendwo zwischen freundlich, frech und absurd?
Hallo 🙂 Lass uns doch erst einmal guten Tag sagen. Also, ich bin Oli, ein über die Grenzen Frankfurts respektierter Schlagzeuger-Gott (…Gott, weil unverwundbar…aber das hätte ich nur gedacht, klar), in meiner Fantasie ähnlich groß wie Dein momentan schimpfender Mund.
Und hey, ich freue mich auf einen angenehmen Abend hier…
Aber kaum, dass ich die Zeilen tippe, merke ich deutlich: Dagegen halten, im Sinne einer Provaktion, wird die Sache nur schlimmer machen – das bringt’s nicht –  in puncto Lernkurve schon gar nicht, dann also doch lieber ins Leere laufen und verhallen lassen, und im Nachgang vielleicht noch einen (wirklich) freundlichen Brief/Anruf hinterher schicken – weil ja dauerhaftes unzerkautes Herunterschlucken auch nicht so gesund ist.
PS. der Abend wurde sehr schön – ich komme also gerne wieder – , nicht zu letzt, weil der DJ fast die komplette Johnny „Guitar“ Watson Scheibe abspielte. (Titel und Cover Foto runden die Geschichte bestens ab…)
PPS. meine #Wutbürger Gene lasse ich lieber an anderer Stelle (und hoffentlich sinnvoll) raus, beispielsweise in dem ich heute beim Einkaufen, jegliche Plastikverpackung vor Ort lasse (#plasticattack)…
PPPS. die eigentlich Schönheit erfährt dieser Minitisch durch seine Häckeldecke – die ich fachmännisch zusammengelegt und sicher neben dem USB-Ladegerät, welches meinen Digitalmixer (Key Mix) mit Strom versorgt, abgelegt habe. (Damit konnte ich jetzt auch noch den Tech-Talk Auftrag unterbringen)
Schön, dass ich den ganzen Text just nach seiner VÖ directement durchstreichen, also abhaken kann, denn zufällig trudelte zeitgleich über andere Kanäle eine proaktive Entschuldigung ein – Danke und Respekt dafür!
Die somit wichtigste Erkenntnis: etwas Zeit verstreichen lassen hilft so oft!

 

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Eine Antwort to “Eine kleine Geschichte zum Beistelltisch”

  1. Andrea Says:

    Schön, dass die Sache dann doch noch ein gutes Ende genommen hat. Und die Erkenntnis, dass nicht nur Zeit Wunden heilen kann, sondern manchmal auch einfach nur, dass der Ärger zu Papier gebracht wurde🙂

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