The Fundaments of Groove: A Systematic Exploration of Drum Patterns in Popular Music

Ich hatte im Off-Beat Magazin über eine Untersuchung der Hochschule Luzern zum Thema Groove gelesen und mich promt neugierig in das Projekt „The Fundaments of Groove: A Systematic Exploration of Drum Patterns in Popular Music“ eingewählt.
>>Die Studie ist eine explorative Untersuchung von 250 ikonischen Drumpatterns, gespielt von 50 der einflussreichsten Schlagzeuger in Funk, Rock, Metal, Fusion, R&B oder Pop. Die Drum Beats werden transkribiert und performative Aspekte (Timing, Dynamik) extrahiert. Schliesslich werden die Patterns auf Basis von Samples als realistisch klingende Tonaufnahmen rekonstruiert. […] Die Groovequalitäten der rekonstruierten Drum Patterns werden im Rahmen eines online durchgeführten Hörexperiments (https://www.soscisurvey.de/1520160/) von einer grossen Gruppe von Hörerinnen und Hörern bewertet.<<

Obwohl mich das Spiel sehr gereizt hat, vor allem dabei die gehörten Beats erkennen und benennen zu können, wurde ich zunehmend gereizter und musste leider schon nach elf Beispielen abbrechen. Der Grund dafür waren die eintönigen Midifiles und immergleichen Samples, also eine Entkopplung von Pattern und dem originalen, charakteristischen Sound, was die Einordnung sehr oft erschwerte und die Bewertung/Einordnung trübte. (Denke ich an das Original beim Auskunftgeben, oder bewerte ich das eben gehörte? Die Antworten weichen stark voneinander ab.)

Fazit aus der Hüfte: auch wenn es „nur“ um das Fundament von Groove gehen soll, funktioniert für mich die Trennung von Pattern und Originalklang überhaupt nicht. Die Kombination von Midifile und einzelnen Samples bildet in keiner Weise die komplexe, sich gegenseitig bedingende Klangentwicklung beim natürlichen Rhythmusmachen (geschweige denn die zusätzliche Ebene der Studioproduktion) ab und reduziert die Musik des Grooves auf eine eindimensonale, emotionslose Maschinentätigkeit. Mir fehlen Mensch und Mojo.
Insofern würde ich mir einen zweiten Versuchsaufbau wünschen, bei dem jetzt nicht unbedingt die Großkaliber des Drum-Business hergenommen werden müssen, dafür aber authentische Schlagzeug bzw. Rhythmusspuren einer tatsächlichen Produktion aus den möglichen Stilrichtungen. (Und gerne auch Breakbeat-Klassiker in unterschiedlichen Aggregatzuständen, sowie genuin Programmiertes.)

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