20 Jahre mit Meinl: Direct to Disc!

An das konkrete Datum kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war irgendwann im Sommer 1996. Frank Schiller vom Schorndorfer „Drums Only“ hatte mich netterweise empfohlen. Und so packte ich meinen damaligen Beckensatz ins Auto und tuckerte nach Neustadt a. d. Aisch. Dort das erste Treffen mit Stephan Hänisch: Der Deal ein freundlicher Handschlag und die Versicherung, dass wir im nagelneuen Meinl Custom Shop für jedes meiner Becken ein Pendant finden würden (und bestimmt auch Spannendes mehr), dann noch ein Essen beim mächtig fussballbegeisterten Italiener mit Minipli und eine Rückfahrt mit sommerlichem Wetter UND sommerlichen Gefühlen. Wenige Tage später standen prompt eine paar große Pappkartons im WG-Flur und ich war mächtig stolz…

Hier eine Auswahl meiner Lieblinge der letzten zwanzig Jahre🙂

Das damals  gefundene 13er Custom Shop Hihat-Pärchen – Ersatz für meine 13″ Zildjian Z/K-Kombi – spiele ich heute noch. Das Top-Cymbal hat zwar einen Riss, aber genau deswegen klingt es vermutlich so fett, komprimiert und eigen.
Ein anderes Custom Shop Becken aus den späten Neunziger hat dann meinen Hattler Drumsound entscheidend mitgeprägt – es ist die (leider nicht mehr erhältliche) genietete 5″ Bell, die – rauschend und hochfrequent – immer ihren Platz im Mix findet.
Dann gab es eine Phase, in der ich ein paar nicht weiter verfolgte Prototypen bekam, kleinere Hihats, u.a. mit angenieteten Schellen. Perfekt, um die von DJs hoch gepitchte Grooves zu simulieren. Als dann etwas später die Byzance Serie erschien, ergänzte deren 12″ Splash meine „Drumcomputer Alike Cymbal Collection“. Die Sampling-afine Becken-Krone jedoch wurde für die Snare gefertigt, ein 8 oder 10 Zoll kleines Becken mit Haltegriff – das wunderbare (Johnny Rabb) Drumbal:

Drumbals

Auch das 18″ Johnny Rabb Safari Ride spiele ich bis heute – leicht modifiziert, ohne das mitrasselnde 8er Blech, dafür mit dezent rauschenden Ketten oder Nieten – und ihm verdanke ich eine Korrektur meines Beckenverständnises: nun hatte ich gecheckt, dass der typische Becken-Wechsel – für den Refrain (oder das Solo) wird vom Hihat zum Ride gewechselt – einen einfachen Grund hat (höher Frequenzen, dadurch bessere Durchsetzungskraft) und es eben nicht auf die Lautstärke oder die Glocke an sich ankommt. So bin ich bei den eher dünnen, aber hochfrequenten, gern sizzelnden (weil länger klingenden, dadurch besser verbindenden) Flatride gelandet (und geblieben) und war überglücklich als mit dem Wolfgang Haffner Club Ride ein weiteres Modell dieser Nischengattung auf den Markt kam.
Aber auch alle andere Mitstreiter aus der Byzance Jazz Serie (vor allem die super dünnen Kandidaten) sind mir schwer ans Herz gewachsen – insbesondere die 14″ Jazz Hihats, das 22″er Sizzle China – welches ich selbst gar nicht habe, das mich aber immer wieder bei Matteo Scrimali angenehmst überrascht – sowie das 18″ Extra Thin Jazz Crash.
Als ich letztes Jahr aus Übergepäcks-Vermeidungsgründen einen Tour-Beckensatz auf meine Koffergröße (also 18 Zoll) reduzieren musste, entdeckte ich weitere Perlen dieser Größe – das Benny Greb 18″ Sand Crash und das 18″ Trash Crash.

Eigentlich hatte ich meine Becken nie speziell aus dem Lagersortiment herausgepickt, sondern immer mit den zugeschickten Exemplaren so lange herumexperimentiert, bis ich ihnen in meinem Klangkosmos den perfekten Platz zuordnen konnte. Vor kurzem jedoch habe ich das Meinl-Lager aktiv aufgesucht, um aus dem riesigen Sortiment DIE EINE Hihat-Kombination zusammenzustellen, die den Roland TR-Maschinen so nahe wie möglich kommt – eine erkenntnisreiche Forschungsreise, die letztlich in meinem Club Cymbal Set mündete.

Mensch, ich möchte mich hiermit ganz herzlich für die vielen tollen Klänge und die rundum herausragende Unterstützung der Firma Meinl bedanken, insbesondere bei Stephan Hänisch, Norbert Saemann und Reinhold Meinl!!!
Dass ich darüberhinaus auf diesem Pfad auch noch bei Tama gelandet bin und immer wieder in den Meinl Percussion Pool eintauchen kann, stimmt mich als Rhythmusmacher überglücklich.

PS. die Meinl-Verbindung besteht genau genommen seit 33 Sommern – bei meinem ersten Schlagzeug – ein blaues Sonor Champion – waren zwei Meinl Becken mit dabei (vermutlich vom Typ Meteor). Der Hihat Sound wurde wenige Jahre später (1986) dank eines ausgeliehenen Profile Soundwave Pärchens in Richtung „Plattensound“ gelenkt, vor allem aber der damalige Anzeigentext entspricht meiner heutigen Herangehensweise! Damit wäre der Kreis elegant geschlossen:

20Years_with_Meinl

PPS. Welche nicht mehr erhältlichen Meinl-Becken würde ich mir zurückwünschen?
– die Geschwister meiner 5″ Custom Shop Sizzle Bell
– einen Testbaum voller Dragon Rides
was Buntes
– die Marco Minnemann „Alien Hihats“


*Heart Handshake by Alfredo Astort from the Noun Project

 

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: