VicFirth Performance Spotlight

Als mich Joe Testa von VicFirth fragte, ob ich während der Musikmesse Lust und Zeit für einen Video-Dreh hätte, habe ich mich gefreut. Obwohl ich ja nicht so der Solotrommler bin. Als die Aufgabe dann konkreter formuliert wurde – ultimately – we are looking for a 4 – 6 minute performance. It can either be over a musical track or solo – entwickelte sich die folgende Idee: Ich möchte mich gar nicht zwischen entweder/oder entscheiden, sondern beides machen, sprich, den musical track solistisch entstehen lassen…

Dafür habe ich meine rhythmischen Vorlieben (das akustische Schlagzeug, das Tonstudio mit all seinen Produktionsmitteln, die Ästhetik der Rhythmusmaschinen und der DJ-Kultur) derart organisiert, dass sie sich mit jazziger Attitude frei und improvisierend spielen lassen.

Jetzt zum technischen Gedanken…

vf-MA

Mein akustischer Schlagzeug-Sound (Kick, Snare, Hihat, 2 Becken) wird mit Hilfe von Ableton-Rechner, Acidlab 303, einem Boss Space Echo und einem Hallgerät auf unterschiedliche Weise elektronisch bereichert.

Das Herzstück ist der Musikcomputer [3], ein 2009er MacBook Pro, mit Ableton Live Software, einem RME-Baby-(Audiointer)face und einem Traktor F1 Controller.

Ableton als “Effektprozessor”
1. Ich klemme ein Mikrofon (Sennheiser e604) [1] zwischen Snare und Hihat. Das Signal wird im RME [2] (Input 1) vorverstärkt, in einer Ableton-Spur klanglich optimiert und von dort aus verschiedenen Aufgaben zugeführt:
a. Echodrums
Das Snaresignal wird bei Bedarf (durch Output 3) via Boss A/B-Box (links neben der Hihat) zum Delay-Gerät [4] geschickt.
b. Echodrums advanced
Das Snaresignal wird per Knopfdruck mit einem im Kreis laufenden Synthchord und dem Ableton Vocoder “harmonisiert”, dann (durch Output 3) via A/B-Box zum Boss-Delay geschickt.
c. Roomshot
Das Snaresignal lässt sich auch zu einem Return-Channel senden, in dem sich ein Reverb-PlugIn (Valhalla) befindet.
d. Looper
Das Snaresignal wird bei Bedarf zu einem Return-Channel gesendet, in dem sich ein Ableton Looper befindet (siehe Shaker-Intro).
e. Edrum Modul
Der Snarekanal wird zu einer weiteren Audiospur geroutet. Dort befindet sich das ApTrigga PlugIn, mit dem sich ein zusätzliches Snaresample addieren lässt.

Ableton als Sample-Workstation
Der F1 Kontrol von Native Instruments [4] ist meine Fernbedienung für den Rechner.
1. Damit öffne und filtere ich verschiedene vorbereitete Events:
a. eine elektronische Four-On-The-Floor Kick
b. die Vocoder-Abteilung für das Snare-Mikro
c. einen Hi-String-Pedalton à la Moodyman
2. Mit den 16 bunten Buttons spiele ich die Synth-Samples, füttere den Looper mit selbst aufgenommenen Vocal-Acappelas (Danke, Fola Dada!), wähle die passenden Vocoder-Chords aus und triggere Audioclips (Texturen, Ambient, Loops).

Ableton als Herr über die Geschwindigkeit
gibt natürlich seine Informationen via Midiclock an meine Bass-Begleitung, die TB-303 Kopie von Acidlab [7], weiter. Und mir durch einen Clicktrack auf den Kopfhörer.

Ableton als Mischpult
Den internen Click route ich auf den externen Output 4, das Snare-Signal fürs Echogerät auf Output 3 (Damit diese Lösung mit dem RME Babyface funktioniert, verwende ich dieses spezielle Sommercable).
Auf Output 1 fasse ich alle Bass-lastigen Signale zu einem Mono-Signal für den FOH zusammen.
Mit dem Output 2 schicke die Mono-Summe aller harmonischer und rhythmischer Events raus. Diese wird mit einm Y-Kabel gesplittet und geht einmal direkt zum FOH, einmal via „Playstation“ [5] (bzw. ihrem grünen Send Button) in den zweiten Eingangskanal des Boss RE-20 und kann dort ebenfalls ge-dubbed werden.
Das Echosignal des RE-20 wird auch in mono versendet und durch eine DI-Box zum FOH übermittelt.

Der Dub-Roomshot [3]
Mit Hilfe eines betagten Alesis Micro Gate und einem e-Pad (hier Roland CY-14C, [8]) kann ich einen Reverbshot durch einen Stockschlag aufs Pad platzieren. Und dann rutscht für einen kurzen Moment das Mikrofonsignal ins Gate Reverb des Alesis Microverb. kaaach!
Die Technik befindet sich im Rack unter dem Computer.

Die Box [9]
Völlig klar, so viel Strombasiertes will verstärkt werden.
Und um den akustischen Drumsound mit der Elektronik zu verschmelzen, kommt die Monitorbox mitten ins Geschehen.

PS. die Nasenspray Hihat ist natürlich ein Verweis auf den Joy Division Song „Control“  und somit einen heimlich Fortsetzung des „Control“ Gesangsschnippsel…

 

2 Antworten to “VicFirth Performance Spotlight”

  1. Oli Says:

    1 Senneiser e604 Hihat/Snare Mic
    2 RME Babyface
    3 Macbook with Ableton
    4 Boss RE20 Delay + Boss A/B Box to realize (vocoder) echoes
    5 selfmade aux send button to feed parts of the ableton output to the RE20
    6 NI F1 Kontrol Midicontroller for the Ableton Song
    7 Acidlab Bassline (TB-303 clone)
    8 Roland e-Cymbal pad to realize dub-shots (together with an Alesis Micro Gate and Microverb)
    9 Monitorbox to glue acoustic and electronic sounds together

    Other gear used: 22“ Tama Kick with VicFirth Fleeze Beater, 12“ Tama Steel Snare with Groove Wedges and muffling towel, Meinl Rawride Shaker & Luis Conte Shaker, VicFirth 5A &5ADT
    Meinl 18“ Safari Rid with Sizzles, 18“ Byzance Trash Crash, 13“ one of a Kind Hihats, 8“ Stack of Safari Splash & Candela Bell

  2. thomas Says:

    großartig!

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