Momente, wo das Mikroskop nicht scharf wird

Ein schönes und aufschlussreiches Planet-Interview mit Christian Prommer:

>>Ich persönlich verstehe das Musikmachen eher als Zwischenräume finden. Die Magie passiert ja nicht auf den Downbeats…<<

>>Ich finde es bei Clubmusik wahnsinnig befreiend, dass diese Bassdrum einfach da ist. Die muss ich gar nicht mehr beachten, sondern ich kann mich um alles andere kümmern. Die Räume dazwischen machen die Magie aus. Das ist ja oft das große Missverständnis in Bezug auf Clubmusik: Es geht überhaupt nicht um die Bassdrum.<<

>>Für mich ist eine der großen Motivationen das Dekontextualisieren von Musik. Unser Leben ist ja eigentlich ein einziges Verändern des Kontexts.<<

>>Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich die alten Platten rausziehe, auf denen ich dann immer wieder auch neue Sachen entdecke.<<

>>Außerdem ist ein Credo von mir, dass man den Moment in der Musik noch heilig hält. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Moment auf Platte festzuhalten, man kann im Studio auch allesmögliche nachbearbeiten, aber irgendwann ist auch mal gut mit dem Perfektionismus. Die Platten, die wir lieben, ob James Brown oder Queen, die haben alle ihre Momente, wo das Mikroskop nicht scharf wird. Du kannst noch so genau hinschauen, du wirst nicht genau erkennen, was da passiert. Genau das sind aber die tollen Momente.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: