Heatsick’s Casio

Steven Warwick alias Heatsick macht „organic electro music“ live mit einem alten Casio Keyboard (MT-520) und einem Looper-Pedal (Akai Headrush e1). Wieder mal wird bestätigt: der Loop richtet’s (und der Saal tanzt), Equipment zweitrangig.

>>Als der gebürtige Brite nur mit schrottigem Keyboard, dem die Hälfte der Tasten fehlt, und Tamburin die Bühne betritt, wird der Gegensatz zwischen Hightech und Heatsicks rudimentärer Lo-Fi-Instrumentierung körperlich spürbar.
Statt der maschinellen Genauigkeit, die heute vielen Techno- und Houseproduktionen anhaftet, klingen die live gespielten und mit dem Keyboard geloopten Tracks des Briten zwischen ausgeruhtem Chicago House und Electro genauso fragil wie improvisiert.
Das Publikum wirkt zunächst ratlos. Was macht dieser schlaksige Kerl da mit seinem kaputten Keyboard? Doch Warwick weiß: Je länger er die Bassdrum wiederholt, die den Brustkorb vibrieren lässt, desto stärker entfaltet sich ihr Sog. Bis man mittendrin steckt, im nicht enden wollenden Kreislauf des temporären Verschwindens des Selbst, der Ekstase und der Auflösung von Zeit.
[…] Dass seine Livesets vor allem vom Mut zur Improvisation und dem Verzicht auf Perfektion leben, lässt sich auch als Statement gegen den durchdesignten Alltag der Leistungsgesellschaft lesen.<< Zitiert aus „Bis der Brustkorb vibriert“ von Philipp Rhensius/taz

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