Doppelschlagzeug

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In der Dezember-Rutsche mit Bartmes habe ich die ersten drei Tage den eigentlichen Drummer Sebastian Merk vertreten, die letzten beiden Auftritte wurden mit zwei Trommlern gespielt.
Diesbezüglich hier meine Brainstormliste, was sich mit der Doppelschlagzeugkonstellation u.a. so alles machen lässt:

Klangliche Vorüberlegungen

– beide Trommler spielen einen ähnlich Setaufbau: dabei können die Kits klanglich von einander getrennt werden, ich denke dabei im übertrieben Sinne an „Jazzette vs. Arenadrums“ (resonierende/trockene Trommeln, hohe/tiefe Stimmung, Rauschen/kurze Akzente)

– oder beide Sets sind sehr unterschiedlich: eines hat eher die Becken im Fokus, das andere dafür Toms. Oder ein zweites Schlagzeug klingt aufgrund elektronischer Hilfe ganz anders, sei es, weil es effektiert wird oder weil es teilweise/ganz synthetisch ist.

Klanglich und spielerisch

– die gewohnte Schlagzeugspur wird perkussiv ergänzt: mit Schüttelkram (Shaker, Schellenstab), mit fake Conga/Bonga-Pattern und portionierten Bling-Bling (Triangel, Glöckchen, Beckenschweller)

– die gewohnte Schlagzeugspur wird durch eine (neue) loopige Ebene umrahmt/verdichtet/modernisiert: Beispielsweise durch ein präpariertes Set, oder dank alternativer Schlagmaterialien (Hände, Besen, Ruten, Filz).

Denkbar sind Beatloops, Jazz-Ooverdubs, ge-drop-te Fill-In-Samples, imitierte Spezialeffekte. Aber auch: Mouthpercussion.

– beide trommeln das gleiche Pattern, entweder tight (mehr Druck!) oder organisch, „flam-ig“, leicht versetzt (mehr Breite!)

Organisiertes

– beide Drummer spielen von Anfang bis Ende durch, sie wechseln sich ab (vielleicht mit Bezug auf’s Arrangement), oder ergänzen sich für ausgewählten Passagen/Formteile.

– man spricht sich im Vorfeld ab, oder reagiert „on the flight“ (mittels optischer Cues oder dank riesiger Ohren)

– Beats werden komplementär angegangen: Groove/Fill, Kick+Snare/Cymbals, steady/dynamisch.

In unserem Fall war das Tolle, dass bereits nach den ersten gemeinsamen Takten beim Soundcheck klar war: die Konstellation funktioniert erschreckend homogen, so dass am besten gar nicht viel besprochen/ausprobiert wird – zu Gunsten einer wachen Interaktion beim Gig…

Und jetzt werde ich noch zwei Hinweise nachhören, die mir aufgrund der Doppelschlagzeugkonzerte empfohlen wurden: einmal die aktuelle Live-Band von Radiohead (Phil Selway, Clive Deamer) und die Zappa Sektion mit Ralph Humphrey und Chester Thompson.

4 Antworten to “Doppelschlagzeug”

  1. Oli Says:

    >>Du musst lernen, Räume zu finden. Wenn beide versuchen, dasselbe zu spielen, dann bekommst du nur Flams. Wir haben unsere Methode entwickelt, unsere Parts gemeinsam auszuarbeiten. Ralf [Gustke] wird etwas in den Vordergrund gerückt, während ich eher die „Breite“ und das „Bottom End“ bediene, ohne den Attack. So umgehen wir das Flaming und das macht es insgesamt fett.<<
    Cliff Hewitt im Sticks Interview 01/2013

  2. Oli Says:

  3. Oli Says:

  4. Mini Drumbal | E-BEATS Says:

    […] Drumbal mit den vertrauten Klangoptionen basteln, dieses DIY Produkt birgt auch diverse Triangel-ähnliche […]

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