Digitale Leadsheet Ideen oder keine Notenständer mehr!

Im November waren wir zum Abschluss der Hattler Tour für ein paar Tage auf den Kanaren. Kurz vor dem letzten Konzert bekam ich einen Anruf von Stud, ob ich kurzfristig bei Jazzanova aushelfen könnte, da deren Trommler (der lässige Grabi) krank geworden ist.
Ich hatte zur Vorbereitung nur den kommenden, sehr zerpflückten Reisetag und musste mir gut überlegen, wie ich mir das Material in dieser Situation am besten aneignen kann. Ich bekam den Link zu einem mitgeschnittenen Livekonzert, packte das Set auf Rechner und Telefon und nahm noch den Hotelkugelschreiber, sowie sämtliches Briefpapier aus dem Zimmer mit auf die anstehende „Studienreise“.

Zunächst musste ich aus dem Norden Teneriffas in den Süden. Im Taxi und im Bus hörte mich erst einmal ein, am Flughafen war die oberste Priorität, eine Steckdose zu finden, um die Batterien von Telefon=mp3 Player und Rechner für die Arbeitszeit vor Ort und vor allem für den anstehenden fünfstündigen Flug nach Berlin aufzuladen.

Ich habe mich dann entschieden, die Transkription der Arrangements gleich ins Textverarbeitungsprogramm zu tippen, und die Song-relevanten Besonderheiten (Einzähler, Grooves, Fills, Stops, Schlüsse) auf dem spärlichen Briefpapier zu notieren. Als ich dann nachts in Berlin ankam, habe ich bei Stud die Song-Zettel ausgedruckt, um sie am nächsten Morgen (auf dem Flug nach Zürich) mit den handgeschrieben Notizen endgültig zu komplementieren.

Die Leadsheets sahen dann so aus (und wurden beim Gig quasi unsichtbar auf einer zweiten Snare plaziert):

WordHandSheet

Übermorgen helfe ich mal wieder ungeprobt bei einer Kapelle aus und freue mich auf fünf Gigs mit Bartmes. Diesmal gab es im Vorfeld ausreichend Vorbereitungszeit, aber ich habe dennoch mich wieder für die „Word-Arrangement/Noten handschriftlich-Leadsheet“ Version entschieden. Erstes hören für’s Worddokument, weitere Runden für die gekritzelten Not-en/izen.
Da ich bei diesen Gigs zum Click spielen und diesen auch als Midiclocksignal ausgeben werde, kam ich ins Grübeln, wie ich wohl Ableton Live mit den Scans meiner Leadsheets (.jpg oder .pdf) verknüpfen könnte:
Ich habe einen Abletonsong, mit den Tempo-bezogenen Masterszenen in Programmreihenfolge, durch den ich mich mit der einem Buchstaben der Laptoptastatur navigiere.

Bartmes Abletonset

Und hätte nun gerne mit dem Starten eines Songs gerne das passende Foto auf dem Bildschirm. Vielleicht eine Kombination von Ableton und Modul8? Oder gibt es eine einfachere Löung?

Man findet ja diverse Setlisten Apps/Programme auf dem Markt (Frozen Ape TempoSet List Maker, ForScore). Auch mit iTunes kann ich einem Musikstück (sei es ein Backing-Track, oder ein aufgenommener Click) Metadaten (z.B. ein Foto) zuordnen.
Aber Click plus Midclock plus Leadsheetfoto?

PS. auch eine Notenständerfreie Notizvariante, einer abwaschbaren Schultafel nicht unähnlich. Funktioniert halt nur auf der ersten Generation der Simmons Drumpads…

(Dieses Foto kommt aus dem drummerforum/TrommelTheo und zeigt ein Pad von Sibi Sieberts Simmonsburg)

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10 Antworten to “Digitale Leadsheet Ideen oder keine Notenständer mehr!”

  1. Thomas Says:

    Hallo, ist sicher etwas umständlich, aber wie wäre es, wenn Du die Listen jeweils filmst und als Quicktime-Movies in Ableton parallel laufen lässt?

  2. Benni Graf Says:

    Na vermutlich kann auch iMovie oder sogar QuickTime PDFen (oder sonstige Grafikdateien) zu nem Pseudo-Video-Schnipsel verwurschteln…

  3. Peter Lichtneckert Says:

    …habe es gerade mit Bomes Midi translator versucht, das funktioniert 1a!!!!
    Irgendein Event (Keystroke oder Midi Event) kann ein Pdf in der Vorschau öffnen
    Kann gerne weitere Infos senden

    Ciao

    Lichti

  4. Oli Says:

    hi Lichti, dein Beitrag liest sich äusserst interessant! Würde mich sehr über weitere Infos freuen 🙂
    Hier zumindest schon einmal der Link zur Software:
    http://www.bome.com/products/miditranslator

  5. Doppelschlagzeug « E-BEATS Says:

    […] der Dezember-Rutsche mit Bartmes habe ich die ersten drei Tage den eigentlichen Drummer Sebastian Merk vertreten, die letzten beiden […]

  6. Leadsheet Maske für Trommler | E-BEATS Says:

    […] voneinander abgesetzte, computer-kompatibele […]

  7. zweckentfremdeter Trigger Pick-Up | E-BEATS Says:

    […] Beitrag erweitert die Idee, der Sidesnare als Notenständeralternative. Und damit die Zettel nicht beim kleinsten Windhauch (Open Air, Nebelmaschine, Basswolke des […]

  8. Ableton als Setlist, Clicktrack und Vorhörmaschine | E-BEATS Says:

    […] Siehe auch: digitale Leadsheet-Ideen oder keine Notenstander mehr und Leadsheet Maske für Trommler […]

  9. Mein schönstes Ferienerlebnis | E-BEATS Says:

    […] Auftritt teilen. Danach fiel endgültig aller Ballast von mir ab und ich war froh, dass ich wieder mal eine derartige Herausfoderung angenommen hatte und meistern konnte. Unterm Strich fühlte ich mich: […]

  10. Oli Says:

    >>Spannendes Konzept, was sich Helensson aus den USA da ausgedacht haben. Unter das Resonanzfell des Hängetoms wird „The Headcaster“ montiert. Dieses Gerät lässt sich per Android App mit Noten, Setlisten, Sheets oder auch ganzen Videos füllen. Der Notenständer kann im Schrank bleiben, stattdessen werden die Medien auf das Fell projiziert.<< schreibt Christoph Behm in bonedo:
    https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/the-headcaster-die-trommel-wird-zum-bildschirm-und-notenstaender.html

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