Cymbal-O-Ring

Habe im df gerade diese Nerve-Footage für deren neue EP entdeckt und wundere mich, warum ich nicht auch schon längst auf dieses Beckenschnittmuster gekommen bin.

Es geht darum, ein Becken auf der Snare so zu platzieren, dass man sowohl auf das Becken, aber auch daneben auf das Schlagfell schlagen kann. Beide Spielweisen ergeben einen mehr oder weniger trashigen Sound, der die Illusion eines elektronischen Handclap-Samples oder einer angezerrten e-Snare erweckt. Meinl hat mit dem Drumbal schon vor Jahren einen Vielseitigen Acht-bzw. Zehn-Zöller ins Rennen geschickt. Es ist eines meiner Lieblings-Kreativ-Tools (nicht zuletzt wegen des einzigartigen Haltegriffs), dennoch hat es eine Weile gedauert, bis ich ein Live-taugliches Fixierungskonzept für den etwas wuchtigeren Beschlag gefunden habe.

Gerade für Titel, bei denen ein Fake-e-Snare-Sound durchgängig erwünscht ist, finde ich die Idee des metallenen O-Rings so simple, wie sensationell: der Ring wird durch den Spannreifen in seiner horizontalen Bewegungsfreiheit begrenzt – wie die bekannten dämpfenden Drumhead-Donuts halt. [Damit dem Jojo Mayer der Trash-Ring nicht von der Snare hüpft, wird anscheinend eine Sennheiser Mikro Klemme zum Stopper degradiert, zudem scheint Jojo’s Ring aus zwei übereinandergelegten Lagen zu bestehen, sprich: ein eher schweres und träges Schmuckstück.]
Spiele ich die Snare nun wie einen traditionellen Rimshot, färbt das Blech den Klang, schlage ich nur aufs Fell habe ich einen kurzen, gedämpften Snaresound. Cool!

In meinem Kopf rattert’s: Könnte ich mir einen persönlichen Cymbal-O-Ring gestalten, würde ich:
– den Ring hin zur Welle verformen („sound-waved edge“).
– zwischen 6 und 8 Uhr den Ring über den Spannreifen hinauswachsen lassen (dann hätte ich noch eine weitere Klangalternative bei Rimshots). Diese Überlappung könnte auch mit zwei Lagen Blech, ähnlich einem Crasher, noch eine ganz neue Farbe abdecken…
– anstelle eines geschlossenen Rings wäre bei mir wohl die Hufeisen-Form eher angebracht, um nach wie vor Trigger-Pick-Ups, Binderclips, Minisynths usw. am Spannreifen befestigen zu können.

8 Antworten to “Cymbal-O-Ring”

  1. bertil Says:

    hier meine ausbaubarer ansatz ; )
    http://twitpic.com/1836ix

  2. oli Says:

    an Bertil’s Ansatz gefällt mir alles:
    die Trash-Abteilung im schicken Halbmond-Format, pinkfarbenes (gar fluoreszierendes?) Gaffa, Fellbemalung!

  3. ingvar Says:

    hier ein ähnlicher ansatz des dänischen drummers anders meinhardt:

    hier wurde nur die bell des beckens entfernt und indem auf das modifizierte becken geschlagen wird, wird gleichzeitig der snaresound „getriggert“. schön trashig und rotzig.
    btw auch derbes drumming.

  4. bertil Says:

    wenn man das becken nach aussen dreht hat es einen super daempfungs effekt, leider schwierig es dann noch zu schlagen ohne das es zurueck klappt.braeuchte sozusgaen zwei verschieden also : konvex und konkave…

  5. oli Says:

    hey Bertil, dann brauchen wir ein Cymbal-Möbiusband:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Möbiusband

  6. oli Says:

    Nerve Recording, Teil 2:

  7. Nammheiten « E-BEATS Says:

    […] Mayers Loop Crasher Idee hat es zur Serienreife […]

  8. A Tsunami of Voices | E-BEATS Says:

    […] einer Illusion“ als Überschrift zur Musikschule dient, fand ich schon mal klasse. Beim Wort „Illusion“ muss ich immer als erstes an Jojo Mayer denken. Am selben Abend aber entdeckte ich noch ein weiteres passendes Beispiel für die Verbindung […]

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