vertraut & ungewohnt

War gerade vier Tage mit Dephazz und der hr-Bigband am Schaffen, in einer für mich eher ungewohnten Rolle als zusätzlicher Rhythmiker. Das Rundfunkorchester unterhält ja seit 2007 wieder einen festen – vor allem tollen – Schlagzeuger, den Paul Höchstädter, aber der eigentlich vorgesehene Perkussionist Roland Peil war anderweitig beschäftigt. Um diese Lücke zu füllen entschwand ich also in Klausur und transkribierte alle Rhythmuspuren jenseits der vertrauten Drumgrooves, mit dem Ziel, die wesentlichen Aussagen für ein elektro-akustisches, mit Stöcken spielbares, Setup zu komprimieren. Welches schließlich aus folgenden Instrumenten geformt wurde:

einer 14″ Timbale (die durch Auflage des „Laptop“ zur Sample-artigen Snare, und in Kombination mit dem „Drumbal“ zum Clap mutieren kann), einem L-Arm mit Cowbell, High Pitch Block & A.L. tuned Custom Crasher, einer Hihatmaschine mit 12″ Safari Hihats (- Top/Bottom Becken jedoch vertauscht – ) plus Hihat Tambourine, einem schnell ansprechenden 18″ Extra Thin Jazz Crash, einem rauschenden 20″ Clubride, mit aufgesetztem & genietetem 8″ Filter-China, dem Benny Greb Trashhat und natürlich VIEL kittender Schüttelperkussion (Jingle Stick, Luis Conte Shaker, Alu Shaker, One-Shot Shaker, Loop Shaker…). Als elektronisches Herzstück schlägt wieder mal das SPD-S mit jeweils neun Klängen pro Song.

Zur Übertragung wurden fünf Signalwege eingeplant: zwei Overhead Mikrofone für sämtlichen akustischen Alarm, sowie drei DI-Boxen für die Elektronik. Zwei monophone Wege schickt dabei das SPD-S (meine Sounds habe je nach Frequenz entweder auf den linken oder rechten Ausgang geroutet: klar,  L-ow sounds, also Tieffrequentes tönt L-inks, hochfrequente Klänge kommen aus dem rechten Ausgang) und zu guter Letzt gibt noch einen exotischen Effektweg (- hier schicke ich mit der Öffnung des Volumenpedals meine hochfrequente Sounds durch einen modulierten Filter und ein langes Echo, wodurch eine schwirrende, elektronische Klangwolke entsteht – ). Mastermind Pit hat sich zudem noch den für die Timbale zuständigen Mikrofon-Weg für seine dubbige Delay-Effekte abgezweigt.

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Nach einem gemeinsamen Probetag wurden drei Konzerte in Ludwigshafen, Stuttgart und München gespielt. Ich fand’s beeindruckend, vor allem den satten Bigband-Klangkörper, sowie den Umstand, zwar alle Titel in und auswendig zu kennen, dennoch die vertauten Beats ausblenden zu müssen und ausnahmslos neue Grooves, Loops, Klangfarben zu ergänzen.

Am Ostermontag (13.04.09, ab 15.05h) lässt Bayern 2 den Mitschnitt aus der Muffathalle laufen.

Eine Antwort to “vertraut & ungewohnt”

  1. Alwin Lorenz Says:

    🙂 Cool!

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