So war’s

…dann letztlich am 11.11. im Saasfee Club, aber auch ich hatte großen Spaß in München:
neben viel happy Birthday und leckerem Schweinsbraten habe ich mir vor allem ein paar Tricks & Eigenheiten der aufspielenden Trommler gemerkt:

Curt Cress hatte links hinter sich eine zweite Bassdrum aufgestellt, die dann ab und an mit Stock und Traditional Grip für zusätzliche tiefe Frequenzen traktiert wurde. Auch geschickt: drei, vier Ersatzstöcke stecken griffbereit in seiner Gesäßtasche.
Matteo [Scrimali] hat zwischen Resonanzfell und Spannreifen ein Leintuch gespannt. Der Stoff überdeckt also das Luftausgleichsloch, wodurch die Kick ein schönes, nicht allzu dominantes Sustain bekommt. Check’s mal aus.

Er schickt auch ein zusätzliches Snare Mikro durchs Line6 DL4 und zwar ohne zusätzlichen Mic-Preamp. Einfach ein SM57 mit einem XLR-Klinkenkabel in den Input des Echogeräts. Dass das funktionieren kann, ist neu für mich und toll für ein noch leichteres Reise-Set-Up.

Selber habe ich an diesem Abend übrigends rein elektronisch mitgewirkt:
einmal mit „klassischem Stöcke-E-Drum (SPD-S mit zwei Monosignalen: rechter Qutput pur, linker Output mit Delay angereichert), sowie mit einem gestalteten Ableton-Stereo-Mix (verschiedene Ambient-Wolken und ein strechfähiger Oldschool-Loop werden durch Tasturkommandos für EQ-Sperren, Echo-Sends, Reverb-Watte und das tolle Effectrix Plug-In rhythmisiert).

Später, in der fortgeschrittenen Nacht machte mich Peter Wölpl noch auf Mute Math aufmerksam. Mir kam der Name auch irgendwie bekannt vor und ich erinnerte mich dunkel daran, deren Drummer Darren King schon mal in einem Blogbeitrag  mal verlinkt zu haben. Bloß in welchem? Egal, denn jetzt gibt’s hier 1, 2, 3 YouTube Beispiele für den „famous Mute Math drum breakdown“:

Jetzt sitzte ich im Jetlag in Nanjing und ärgere mich, dass sich in China mein Blog (-ausländische Blogs generell?-) überhaupt nicht öffnen lässt. An seiner Stelle erscheint folgende Seite und dieser Beitrag erst mit sechstägiger Verspätung…dafür in Farbe & begeistert!

Kurz meine Top-3:
1. das Essen. Meine Befürchtungen im Vorfeld wurden ins Gegenteil verkocht und so genoß ich eine einfach(e,) leckere und sehr abwechslungsreiche Küche. Ganz toll fand ich den Szechuanpfeffer, dessen Geschmackseindruck má (麻) für eine lustige Taubheit von Zunge und Lippen sorgt.
2. das Publikum, bzw. der Spannungsbogen der Zuhörer, der sich von angepasstem Sitzen, über animiertes Mitklatschen, plötzlichem Aufstehen, hin zur Bühnen-Kaperung steigert. Dort wird ausdruckvoll mitgetanzt. Eventuell weisen uniformierte Autoritäten die Feiergemeinde wieder auf die Plätzen, aber spätestens mit dem letzten Ton ist der Zauber vorbei (- das Erklatschen einer Zugabe ist ungewohnt, da unhöflich -) und der Saal leert sich in Windeseile.
3. ein angenehmes Vakuum, das sich einstellt, wenn du dich sprachlos (- auch Handy-frei, weil viel zu teuer -), durch bunte, nicht entzifferbare Beschilderungen treiben lässt…

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PS. wie man sieht, habe ich jetzt auch eine geschickte Verwertungs-Strategie für das klassische 5-Piece-Drumset gefunden: das Standtom wird umgedreht und zur dezent umzäunten Ablage für Stockmaterial & co umfunktioniert, die beiden aufgetürmten Hängetoms positioniere ich links neben der Hihat, ziehe das oberste Fell straff, lege Drumbal und Jinglestick drauf, etwas „Gaffa“ zur Fixierung – und fertig ist die „Effekt-Snare“…
Außerdem habe ich für zukünftige Asien-Gigs dazugelernt, auf jeden Fall außer Becken, Geschirrtuch, Stocktasche noch ein schönes Snarefell einzustecken!

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