Kettenreaktion

>>In endlos erscheinenden Trackmonotonien, die auf dem Prinzip von Differenz und Wiederholung beruhen, lassen sie den Tänzer in hypnotischen Schleifen in die Unendlichkeit eintauchen. Ein See aus Rhythmus und Sound.<<

Hier bin ich nun angekommen.
Vor einer Stunde rief mich Wolfgang Haffner an und erzählte mir von einem Gespräch mit Nils Petter Molvaer, der ihm Platten von Basic Channel, Maurizio, Rhythm & Sound und Monolake empfohlen hatte, allesamt wohl wichtige deutsche Techno-Künstler… Ich kannte nichts. Ok, ich weiss das die eine Hälfte von Monolake im richtigen leben Robert Henke heisst, und ein Mitbegründer der tollen Ableton Live Software ist. Und habe beiläufig bestimmt mal ein, zwei Titel von ihm gehört. Aber nix profundes. Ah ja, und der Rhythm & Sound, den ich kenne, ist lupenreiner Dub; war doch „The Versions“ 2004 ein Highlight meiner Sommer-und Entspannungs-CDs. Aber auch dieses Album hat wirklich gar nichts mit Techno zu tun.

Große Fragezeichen…

Schließlich fügen mal wieder Google und Wikipedia die Einzelteile zu einem schönen Puzzle-Bild zusammen:
das entscheidende Bindeglied heißt in diesem Fall Moritz von Oswald. (Oft gelesen, aber wieder mal keinen Plan…)
Zufälligerweise auch ein Trommler! War er zumindest in den 80er Jahren, bei der NDW Kapelle Palais Schaumburg. Cool!
Für weitaus mehr Aufsehen sorgten jedoch seine Dub-Techno Produktionen unter dem Pseudonym Maurizio und, im Verbund mit Mark Ernestus, auf deren gemeinsamen Labels Basic Channel und Chain Reaction: Rauschen und Halleffekte verhelfen dem Techno-Sound zu einer neuen räumlichen Dimension.
Zusammen mit Ernestus werden im Laufe der Zeit weitere Labels gegründet, die Produktionsbandbreite vergrößert. Als Rhythm & Sound besinnt sich das Duo schließlich verstärkt auf die pure Substanz ihrer Kunstgriffe: den Dub.

Ich ziehe mit und höre nun, als Remniszenz, die oben erwähnten „Versions“ und beende diesen Post mit einer passenden Umschreibung aus der Zeit:

>>Musik, die so vollendet entspannt ist, könnte den Vorbeizug der Moden überdauern. Sie hat keine Eile. Sie muss nirgendwo hin.<<

PS. Irgendwann fiel mir dann auch wieder ein, wo ich neulich über den Namen Moritz von Oswald gestolpert bin: im Booklet der aktuellen De Phazz CD, siehe Track 5 „Better World“.

3 Antworten to “Kettenreaktion”

  1. klassischer Input « E-BEATS Says:

    […] Im Groove Magazin #115 gefällt mir das Interview mit Moritz von Oswald am besten gefällt – nicht nur weil er sich bisher (aufgezeichneten) Interviews ziemlich konsequent […]

  2. Bismarck’s rhythmisches Vermächtnis « E-BEATS Says:

    […] rhythmisches Vermächtnis By oli Der einst so medienscheue Moritz von Oswald ist auf dem Cover des Wire Magazins gelandet und sein neues Trio Album steht  vertikal in der […]

  3. work in progress « E-BEATS Says:

    […] Mark Ernestus und Tikiman […]

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