Kopfjäger, abschweifende Gedanken

Als ich mich vor ein paar Tagen durch diverse Tower of Power Platten skippte, faszinierten mich diese lineare Funk Grooves und ich legte gleich ein paar Headhunters Aufnahmen mit Mike Clarke am Schlagzeug nach. Als allererstes: „Actual Proof“. Es dauerte nicht lange und ich war gedanklich schon beim nächsten potentiellen Blog-Thema: Sleeve-Art der Siebziger, Afrofuturismus aus’m Pinsel.
Verständlich, bei dieser Vorlage:

Rob Springett heisst der „Thrust“ Künstler. Aha… Meine Gedanken drifteten weiter in Richtung „Bitches Brew“ und ich entdeckte Mati Klarwein. Schließlich stolperte ich im Netzt noch über dieses Zitat: >>As soon as you have music with no words, then everything else becomes more crucial: the label, the sleeve, the picture on the cover, the picture on the back, the titles.<<

Ja, das wäre mal ein schönes Thema…

Als totaler Hancock Fan konnte ich es nicht lassen, zum Abschluß noch „Chameleon„, Debut und Alltime-Classic der Headhunters aufzulegen. Auch wenn die Nummer gar nicht von Mike Clarke, sondern von Harvey Mason getrommelt wurde. Der Titel beginnt mit Herbie’s synthetischen Basslinie. Eindeutig die Hook. Tja, was macht dann der eigentliche Bassist der Truppe? (Randnotiz: die Aufnahme ist von 1973): Paul Jackson ergänzt solistische Pattern, die loopig und selbstverständlich wie eine groovige Bassfigur marschieren, aber dadurch das sie in einer höheren Lage gespielt werden, nie der fetten Synth-Figur in die Quere kommen. Perfekt! Erst nach dem ersten langen Solo übernimmt Jackson schließlich die volle Tiefton-Verantwortung. Alles in allem ein äußerst geschmackvoller, vorallem konkurrenzfreier Umgang mit zwei Bässen.

Im übertragenden Sinn, ein etwas anderes Konzept für das Schlagzeugspielen zu Drumcomputer und Sampler-Loops. Oder? Der trommelnde Mensch umspielt den Maschinen-Beat, weicht dessen Frequenzen aus (Stichwort:präpariertes Equipment), und übernimmt später die elektronische Vorlage.

5 Antworten to “Kopfjäger, abschweifende Gedanken”

  1. Patrick Manzecchi Says:

    Da bedarf es eigentlich keiner Worte…aber Hintergrundwissen hilft natürlich – was mal gesagt werden muß und/oder so ähnlich und nur Idioten widersprechen sich nicht. Danke hierfür…

  2. Mick Says:

    Auf dem Album „Flood“, das seit kurzem auch in D zu bekommen ist, wird Cameleon übrigens von Mike Clark gespielt.

  3. Mike Clarke im Südbahnhof « E-BEATS Says:

    […] bin echt geflasht und freue mich auf (nächsten Donnerstag und) das Headhunters-Programm mit Mike Clarke am Schlagzeug! Denn: God made him […]

  4. im großen Stil verknüpft « E-BEATS Says:

    […] auf dem Bahnsteig Frankfurt hörte zur Vorbereitung noch etwas „Actual Proof“ und dachte […]

  5. Pentimento | E-BEATS Says:

    […] Mati Klarwein, Nils Petter […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: