DJ-Drummer-Verbund

Ich erkläre nun mein Konzept, wie ich gerne mit zusammen mit einem DJ jamme:
Der DJ soll nach Gusto auflegen, ich setzte mich “oben drauf” und trommle rein elektronisch zu seinen Platten.
Um gehört zu werden stöpsel ich mein Klinke-auf-Chinch Stereokabel in einen freien Kanal seines DJ-Pult ein, und werde so zur „dritten Soundquelle“.
Der DJ hat nun die ganze Verantwortung in der Hand und darf kreativ mit meinem Input umgehen:
er kann meine Rhythmen unter seine Tracks mischen, sie mit dem Volume-Fader bearbeiten (einfaden, zerhacken, laut in den Vordergrund mischen, leise knispeln lassen) oder durch den EQ filtern (- z.B. meine Bass Drum eliminieren, indem er die Bässe aus meinem Kanal dreht -). Er kann mich aber auch für einen Übergang eine Weile alleine spielen lassen oder natürlich auch mal meine Beats komplett muten. Wie es Geschmack und Situation erfordern.
So zu jammen macht Spaß (*)
Du musst wach sein, dich gleichermaßen auf die Entwicklung des Tracks, wie auf den Spannungsbogen des DJs konzentrieren. Kontakt und zugespielte Bälle aufnehmen…
Oder du etablierst selbstbewusst einen Gegenpol…
Trommelst du komplette Beats oder ergänzt du fragmentarisch? Welche Sounds setzt du ein? Verwendest du überhaupt eine Kick? Sitzen oder stehen?
Viele, viele Möglichkeiten und Spielarten tun sich auf.
Aber die Crowd wird’s dir danken, sie freut sich, wenn da jemand körperlichen Einsatz zeigt und schwitzt!

zur Technik:
Mit einem zehn Meter langen Chinch-Klinke-Stereo-Kabel greife ich mir aus dem dem Rec-Out des DJ-Pults den Mix des Discjockeys ab und führe diesen in mein Monitorpult. Klar, das ist meine Grundlage, zu der ich später trommeln möchte.
Bei einigen Pulten gibt es einen Tape-In Eingang, der sich separat auf den Kopfhörerausgang routen lässt. Das ist geschickt, da ich dadurch das Mischpult auch noch als Submixer für meine elektronischen Signale verwenden kann.
Egal ob ich mit meinen Pads einen Computer, ein herkömmliches E-Drum Modul ansteuere, oder gar nur mit einem Roland SPD-S anrücke, i.d.R schicke ich nur zwei Gruppen aus meiner E-Drum-Klangquelle in das Pult: einmal Bass Drum, Snare und Hihat – trocken -, und den verbleibenden Rest (Claps, Toms, Percussion, Becken), der noch vor dem Pult durch mein Tap-Delay läuft.
Im Pult werden beide Gruppen zu einem Stereo-Bündel gemischt, welches – wieder mit einem zehn Meter langen Chinch-Klinke-Stereo-Kabel – in das DJ-Pult geschickt wird.

(*) Der Spaßfaktor lässt sich übrigens Musikhistorisch untermauern,
so erzählt Alphonse Mouzon im Interview mit Heinz Kronberger (drums und percussion 5/2004) folgendes:

>>Dann gab es auch diese Kneipen in den Vororten, wo Drummer zu einer Jukebox trommelten. Das war in Charleston/South Carolina gang und gäbe, und heute nennen sie es auf einmal Hiphop, Drummer und DJ’s kommen zusammen usw.: das habe ich schon vor vierzig Jahren gemacht, und das prägt einen. Und dazu tanzten die Leute dann und hatten Spaß ohne Ende.<<

2 Antworten zu „DJ-Drummer-Verbund“

  1. oli sagt:

    à propos “Jukebox”: eine schöne Geschichte zu ihrer Entstehung:
    http://www.de-bug.de/musik/4358.html
    und die “Gegendarstellung”:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jukebox

  2. Spannender Signalfluss « E-BEATS sagt:

    [...] sprich auf alleinunterhaltendes Auflegen und Trommeln in Personalunion, und einen anschliessenden Jam mit dem Resident DJ. Also wurden die Player (Ableton und iPod) bestückt und ein Effekt-E-Drum in die Koffer gepackt. [...]

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