Hier liste ich ein paar Tipps rund um das SPD-S auf:
Ich habe zuallererst einmal alle Werkssounds gelöscht. Nicht das diese schlecht wären, aber ich bevorzuge eine persönliche Klangbibliothek. Meine eigenen Samples und Loops bereite ich am Rechner mit Logic vor. Dabei bounce ich alles Audiomaterial in Mono und Standard Sampling Qualität (braucht weniger Speicherplatz und schützt im Live-Betrieb vor einer gegenseitigen Stimmen-Unterdrückung: das SPD-S ist nur 8-fach polyphon. Merke: ein Stereo-Sample braucht zwei Stimmen, in der “fine” Qualität sogar vier!). Mit einem USB Card Reader und einer San Disk 512MB (Maximalgröße!) Karte erfolgt der Datentransfer. Damit ich auf die Schnelle einen neuen Sound finde kann, ist ein ausgechecktes Beschriftungssystem erforderlich. Ein Klangname (Wave) darf maximal acht Zeichen lang sein, so dass ich mich für folgende Schreibweise entschieden habe: Instrumentkürzel + Zahl, bzw. nachvollziehbare Assoziation. So heissen beispielsweise meine Kicks “BD1″,”BDROCK” oder “BD909″. Meine verschiedenen Klanggruppen verteile ich derart auf die internen 399 Ablage-Plätze:
I001-030: Kick alias BD
I031-060: Snare alias SD
I061-080: Handclap alias CLAP
I081-100: Sidestick alias RIM
I101-120: offene und geschlossene Hihats alias HHO/HHC
I121-140: Becken jeglicher Couleur alias CYM
I141-160: Toms alias TOM
I161-180: Bongos und Congas alias BONGO/CONGA
I181-200: Raschelperkussion und Kuhglocken alias SHAKE/TAMB/COW
I201-220: Rauschiges und Fremdkörper alias NOISE
I221-240: Effektsounds alias EFX
I241-260: tonale Klänge, akkordisches und Hits alias HIT
I261-300: Loops alias XXX (hier wir die jeweilige bpm Zahl eingesetzt)
I301-399: sonstiges
Ich achte darauf, dass ich alle Klänge, die ich einsetzen möchte in den internen Speicher des Pads (16MB) überspielt bekomme. Ein weiterer Grund, die “Standard Sampling” Qualität auszuwählen.
OK. Sind sämtliche “User Waves” im inneren des SPD-S gelandet, kann ich sie in “Patches” gruppieren. Doch zuvor lege ich mir einen Master-Patch, quasi eine Schablone an: hier lösche ich den Patch-Namen, setzte ich die Levels der Pads/Trigger auf 97 herunter (um später Anpassungsspielraum nach oben und unten zu haben), und ordne jedem Pad die MIDI-Note gemäß der GM-MIDI Standards zu (macht dann Sinn, wenn ich mit dem Pad auch mal meinen Rechner bzw. externe Soundmodule fernbedienen möchte):
PAD1: Sidestick, MIDI Note #37
PAD2: Crash, MIDI Note #49
PAD3: Ride, MIDI Note #51
PAD4: Boom Bass, quasi Tom-3, MIDI Note #43
PAD5: Tom-1, MIDI Note #50
PAD6: Tom-2, MIDI Note #47
PAD7: Handclap, MIDI Note #39
PAD8: Snare, MIDI Note #38
PAD9: Hihat, geschlossen, MIDI Note #42
TRIGGER1: Kick, MIDI Note #36
TRIGGER2: Hihat, getreten, MIDI Note #44, offen , MIDI Note #46
Die User-Patches werden also gefüllt. Nun zum Fine-Tuning: so verwende ich gerne öfter mal das Tool der “Mute Groups” Patch Edit/Pad Control). Zum Beispiel für zwei lang klingende Toms oder für nicht gleichzeitig erklingen sollende Loops.
Schaukeln sich langklingende oder sehr fette Sounds, bei mehreren direkt aufeinanderfolgenden Schlägen zu unschön auf, wähle ich hier (Wave Edit/Wave Setup/Assign) die Option “Mono”. Meiner Erfahrung nach wichtig für die Boom Bass.
Loops stelle ich auf “Phrase” (Wave Edit/Wave Setup/Type). Einmal angeschlagen läuft die Schleife, bis ich wieder auf das selbe Pad haue oder den Loop durch einen Mute Group Befehl (s.o.) stoppe.
Für die Übersicht skizziere ich auf einem Zettel (bzw. in dieser, der persönlichen Situation anpassbaren Tabelle) mein Pad und notiere die Klangbelegung. Oldschool!
Zum Schluß. Immer wichtig! Ein Backup auf Speicherkarte und Rechner hinterlassen.
PS. das SPD-S lässt sich äußerst Reisefreundlich in einer größeren Laptop-Tasche oder DJ-Bag transportieren (- ich verwende eine Logstoff Messenger M2 Tasche, und fürs “heavy touring” ein Flightcase aus der Bucht, das eigentlich für einen DJ Mixer zugeschnitten wurde -), und wird auch vom Snareständer vortrefflich in Position gehalten
PPS. immer geschickt: die Bedienungsanleitung als PDF auf dem Rechner zu haben. Gibt es hier als Download (nur in Englisch).
PPPS. zum Thema “triggern” gibt es einen Extra-Post.
PPPPS. zum Thema “Trittschall” gibt es im Drummerforum.de einiges zu lernen.