November 5, 2009 von oli
>>Das war zu Can-Zeiten noch ganz anders: Damals konnte der Stockhausen-Schüler Irmin Schmidt gar nicht genug kriegen von den neuen Möglichkeiten, die die ersten elektronischen Klangerzeuger eröffneten. Interessiert hat ihn aber immer, sagt er, vor allem „der zerstörerische Gebrauch simpler Technik„. Erst der Fehler im System erhob die Musik zur Kunst und da wurde bisweilen schon mal nachgeholfen mit roher Gewalt. Diese Herangehensweise an die Elektronik, die Schmidt „punkig“ nennt, hat er miterfunden, mittlerweile hat sie Schule gemacht.
Sie ist allerdings heutzutage weit schwieriger umzusetzen. Denn „ein Computer, den man kaputt macht, der funktioniert nicht fehlerhaft, sondern einfach gar nicht mehr“. Das diagnostiziert Schmidt als größtes Problem der digitalen Technik: Der Fehler führt nur noch zum Defekt, nicht mehr zum kreativen Fortschritt.<<
aus der taz vom 3.11.2009
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November 4, 2009 von oli
Eine Vision verbannt die erneute Erkältung in den Hintergrund:
mit getriggerter Kick, die dem alten Tama Techstar fette Basstöne entlocken soll, einer zum Hexachord reduzierten, links neben der Hihat liegenden E-Gitarre und meinem Vocoder-Snare-Echo möchte ich die nächste Stufe des minimalistischen Alleinunterhaltertums erklimmen…
Vorher wird aber noch für die Kinderkrippe gekocht.
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November 4, 2009 von oli
Seven Kacirek berichtet in seinem Modern Beats Workshop 11/09 begeistert von Hanne Hukkelberg’s Tour-Trommler Kjetil Bremer. Spannend an dessen Spiel ist die waagrecht installierte 24″er Kick, die in Cocktail-Manier getreten wird. Durch diesen Aufbau lässt sich das auch Bassdrum-Frontfell je nach musikalischer Situation benutzen: zum Beispiel, um es mit einem Becken belegen, oder um die Tonlänge der Kick mit der Hand zu verkürzen; natürlich lädt es auch ein, darauf zu trommeln. Hier ein ungefährer optischer Eindruck:
http://www.youtube.com/watch?v=ZJta9eVm760
Der Vollständigkeit halber hier noch ein Link zu Kjetil’s Band Sirens and Us.
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November 2, 2009 von oli

Mein momentaner Konzertplan lähmt die Muse. Ausser einer beachtlichen Zahl auf dem Tour-Kilometerzähler, kann ich gerade noch einen unsystematischen Klumpen bunter Meldungen anbieten…
Zum Beispiel feierte „Die Zeit“ (Nr.45) am 19.Oktober „50 Jahre Disko“. In diesem Zusammenhang stolpere ich auf derselben Seite über den schönen Satz: >>Der Plattenspieler ist ein Gerät der Befreiung. Er hat den Klang vom Moment seiner Aufführung befreit, [...]<<
Die Diskussion über das Bild „Paris Bar“ (von Kippenberger in Auftrag gegeben, von Valien gemalt, derletzt als eindeutiger „Kippenberger“ für 2,7 Mio. Euro versteigert) entlockt Peter Schindler ein klares: >>Idee geht über Ausführung!<<
Derweil hat Sibi Siebert für die Ludwigsburger Trommeltage sein SDX entstaubt und Christoph Scherer schickt mir den Link zu einer zusammenrollbaren USB-Trommelmatte.
Ich schaue auf den Stammbaum der Spiele-Controller und höre ein Album (Anti-Pop Consortium „Flourescent Black“), das fast ohne Hihats oder sonstige durchtickende Höhen-Klänge auskommt, sowie etwas handgemachte Musik ohne Menschen (Danke drx!), nämlich vom Cybrophon.
2 tolle Parameter für’s Schlagzeugspiel - Beseeltheit und Unmittelbarkeit - und eine andere Art Musik zu hören, nämlich >>auf die gleiche Art und Weise wie Stuart Price: als Antizipation zukünftiger Hörgewohnheiten, die ihrerseits eine Reprise von bereits Bestehendem sind.<< (Spex #323, Seite 73)
Als runden Abschluss hätte ich dann noch so etwas wie ein Trommler-Idyll:
nach dem Soundcheck rufe ich zuhause an. Mein knapp zweijähriger Sohn meldet sich mit: „Hallo Papa? – - – Arbeit??“ Ich antworte: „Ja, bin arbeiten, geht’s dir gut?, was…“ Levi aktiviert den Lautsprecher des Telefons, schnappt sich seine Röhrchen-Rods (sinnvoller Eigenbau…) und bearbeitet intensiv das Setup aus Bongos, Snare, Schellenkranz und liegender Gitarre. In der Verschnaufpause kontere ich mit dezenten Filzschlägel-Klängen und Satzteilen. Ein wunderschönes Hin und Her, bis der Handy-Akku streikt oder L. ins Bett muss…

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Oktober 20, 2009 von oli
Digitalisiert und dennoch leicht unscharf/verwaschen/flüchtig. So gefalle ich mir:

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Oktober 19, 2009 von oli
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Oktober 19, 2009 von oli
>>Mir ging es bei dem Einsatz von Elektronik darum, sie nicht unbedingt auf die traditionelle Weise einzusetzen. Also habe ich mir ein altes Simmons, ein SDS-5 genommen und das in einer Gesangskabine aufgenomme Bop-Walnut-Kit für ‘Human‘ durch dieses Simmons-Teil gejagt. Das war wesentlich auch Stuarts [Stuart Price] Idee.
Für ‘Human’ empfand ich es irgendwie als netten Kontrast, einen mehr oder weniger ‘mechanischen’ Drumbeat und -sound zu haben, so ein bisschen discomässig mit ‘four on the floor’-Feeling, und um dem Ganzen von der elektronischen Seite her dann doch ein bisschen mehr Charakter zu geben, also die Snare-, Bass- und Tomsignale durch das Simmons zu schicken und dann auf neuen Kanälen aufzunehmen. Diese beiden Sounds haben wir also beständig gemischt. Besonders im mittleren Teil werden die Sounds dadurch etwas, sagen wir ‘haariger’. [...]
Wir haben das alles also wie einen Sampler eingestezt, mit dem Unterschied, dass du nicht jederzeit den gleichen Sound bekommst. Das hängt natürlich wesentlich am Simmons, denn da ist nichts digital, sondern alles analog. Daher bekommst du keinen konsistenten Sound ohne ein immer gleiches Signal. Da es keine Gates und keine Kompression auf meiner Snaredrum gab, blieben alles Nuancen erhalten. So hattest du also auch in der Elektronik eine Art ‘human’ Effekt [...]<<
So Ronnie Vannucci im Drums & Percussion Nr.6/2009 Interview.
Ich fasse zusammen:
getriggerte Trommeln + analoger Drumsynth = Elektronik mit ‘human touch’.
Dennoch: dieses „Killers“ Nummer hat mich bis jetzt – SDS-V hin oder her - noch nicht vom Hocker gehauen…
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Oktober 19, 2009 von oli
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Oktober 19, 2009 von oli
Habe das SPL Versprechen eingelöst und mir den Attacker (>>only one control allows to reshape the attack characteristics of a sound.<<) geladen.
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Oktober 19, 2009 von oli
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