Madbeatz

Dezember 21, 2009 von oli

stencil

Dezember 21, 2009 von oli

Bin gedanklich am Aufräumen, Neuordnen und Planen – jaja, mal wieder Jahreswechsel und viele neue Vorsätze.

Der Augenblick gilt verschiedenen Schabloniertechniken. Denn neulich stolperte ich über den Verkauf eines alten Dave Weckl Toursets, sah dort das Foto mit den amtlich beschrifteten Koffern und empfand prompt (mal wieder) den Wunsch, ebenfalls all meine Verpackungsmaterialien namentlich zu kennzeichnen.

Stencil ist für so ein Vorhaben wohl der richtige Suchbegriff und nach diversen Möglichkeiten habe ich die Frage der Umsetzung derart für mich beantwortet: eine gestanzte umsonst DIN-Schrift wird auf einen kräftigen (Öl?)Karton gedruckt und mit dem Cutter ausgeschnitten. Mit Farbe und Handroller oder (eher) mit Signierspray wird dann unterschrieben:

und dann: mal schauen…

besonders klingen

Dezember 20, 2009 von oli

„Was besonders aussieht, soll auch besonders klingen“ ist das Credo des Instrumenten-Entwicklers Bill Saragosa, dessen eigenARTigen Percussion-Innovationen tatsächlich einen künstlerischen (aber auch spirituellen) Hintergrund haben.

Lest das Interview in der Sticks 01/2010, checkt die Saragosa-Meinl Kreativachse und ergänzt anschliessend euren Klangwissen noch mit den „trickreichen Multisound Percussion-Instrumente von Pearl“ (Farouk Gomati in ebendieser Ausgabe). Allesamt besondere Sounds:
Spark Shakers, Cone-Stack, Helix Bowl, Liquid Triangle, Mini-Shakerine, Ago-Sha und Ganzeiro, TangTang und Agogo-Pop

tief einatmen, grooven & geduldig loopen

Dezember 19, 2009 von oli

Ich habe mich sehr über das positive, aber auch über das konstruktive Feedback von René Creemers gefreut. Er schlug mir vor, ab und an ein entwickeltes Pattern – egal wie einfach oder virtuos – eine wirkliche Weile (wörtlich: 64 Takte) im Kreis laufen zu lassen. Und es wäre völlig unerheblich, ob es sich dabei um einen Club-Gig oder eine Solovorführung auf einem Drummer-Meeting handelt.

Eben vorhin wurde dieses Argument von Chad Smith fett unterstrichen. Denn als Levi eine Schlagzeugvorführung sehen wollte, habe ich ohne nachzudenken die Modern Drummer Festival DVD von 2005 eingelegt und einfach mal auf „Chad Solo“ geklickt. Und das beginnt mit einem eintaktigen Groove den Mr. Smith nahezu variationsfrei und gnadenlos knapp drei Minuten (äh: 54 Takte lang) durchzieht, bis er der so aufgebauten Spannung (Trance im Groove, Unruhe im Publikum) durch einen Befreiungsschlag auf’s Crash erstmals eine Perspektive bietet…

unspoken

Dezember 18, 2009 von oli

Habe mir eben von einem Nebensatz in der Spex erkären lassen, dass die Four Tet Scheibe „Rounds“ das Ergebnis einer >>beispiellos progressiven Suche nach neuen Klang und Rhythmusschemata<< ist und unbedingt zu den >>definitiven Platten der nuller Jahre<< gezählt werden muss. Toll, die hatte ich längst vergessen…

PS. in der Dezember Ausgabe der Sticks beschäftigt sich Sven Kacirek ebenfalls mit Kieran Hebden (aka Four Tet) und dessen Trommlerfreund Steve Reid.

Permanent Marker

Dezember 18, 2009 von oli

Habe mir gerade verschiedene „Next to you“ Liveaufnahmen angeschaut, dabei diese Beckenbemalung entdeckt:

Ist doch ‘ne Steivorlage für neue Drum-Tattoos, vor allem wenn ich mir vorstelle, ein großes 22″ Blech quasi senkrecht vor mir aufzuhängen, als „Sonne“ à la René Creemers

10 Knöpfe

Dezember 17, 2009 von oli

Diese japanische Synare-Kopie hatte ich bis heute auch noch nicht gekannt. Das Yamaha ED10 hat eine Schlagfläche und zwei Knopfreihen mit versprechenden Drehreglern:

SENS, PITCH, SUB SONIC, FILTER, NOISE
DECAY, BEND, CLICK, FILTER MOD, VOLUME

voll und ganz auf die Resonanz

Dezember 16, 2009 von oli

>>Wissen Sie, ich habe festgestellt, dass ich mich mit der Zeit immer weniger für Tonhöhen und Tempi interessiere, also für das, was wir gemeinhin einen Melodie nennen. Ich konzentriere mich stattdessen voll und ganz auf die Resonanz. Und diese experimentellen Techniken, wie Sie sie nennen, eröffnen mir neue Klangräume. Man könnte sagen: Es ist eine andere Form der Meditation, bei der man in den Klang eintaucht und sich in seinem Inneren verliert. [...]
Bei meiner aktuellen Tour stehen deswegen zwei Flügel auf der Bühne. Der zweite Flügel ist ein bloßer Resonanzflügel. Ich spiele nicht darauf. Er steht nur da und reagiert auf meine Musik, indem er vibriert. Das ist wunderschön.<<
Ryuichi Sakamoto in der Spex #324

Organisches Mosaik

Dezember 16, 2009 von oli

Kreidler drehte gestern im Mousonturm seine Runden. Keine Ahnung wie sich der Bandsound des Quartetts beschreiben lässt? Vielleicht trennscharfer Krautrock 2009, oder irgendwas mit 2014??

Anyway, mir hat der kompakte Auftritt gut gefallen: eine schöne Mischung aus Minimal, Ambient und permanentem Groove. Thomas Klein trommelt angenehm spröde und pattern-orientiert zu der MPC-Elektronik und zum Dauerpuls der Bassgitarre. Er spielt nicht allzu laut auf seinem modifizierten Five-Piece-Kit (die eigentlichen Hängetoms wurden durch ein Paar Bongos ersetzt, die Unterseite des Ridebeckens mit einem Tuch stark gedämpft, die Hihatstange ab und an mit einem Schellenkranz geschmückt), so dass die Mikrofonie und ein eigenartiger Hall das akustische Instrument optimal mit den elektronischen Signalen verbindet.

Lehrertage

Dezember 15, 2009 von oli

Ich habe nichts getrunken, außer hochdosiertem Magnesium auch keine Drogen konsumiert (OK: der Holzboden des Konzertsaal ermöglichte bei der Erde zugewandtem Kopfnicken LSD typische Halluzinationen), dennoch fühle ich mich nach zwei dicht komprimierten Teachertagen wie im Rausch.

Klar, es gab unheimlich viel tollen Input – vier Highlights: 1. die beeindruckende Performance von Johannes Fischer beim Eröffnungskonzert (vor allem: Georges Aphergis’ „Le Corps a Corps“), 2. durch den Verstimmungstrick von Manni von Bohr kann ich zukünftig beim Gig den Charakter der Snare durch Drehen nur EINER ( – der Sechs Uhr – ) Stimmschraube verändern, 3.ich habe mich sehr gefreut, Udo Dahmen seit langem mal wieder zu sehen und zu erleben, er erzählte mir auch Anekdoten aus seiner elektronischen Phase, 4.angesprochen auf seine Ideenvielfalt und persönlichen Stil erklärte René Creemers lapidar: >>wenn die anderen rechts abgebogen sind, ging ich links<<. Nice!

Und es war eine intensive Drummer’s Night. Mein Part dabei: die immense Energie von Randy Black aufzugreifen, weiterzuführen und irgendwie Trommeln und „Auflegen“ zu verbinden, beziehungsweise nahtlos zur Party im Felsenkeller überzuleiten…
Meine akustische Trommelabteilung ist nach wie vor eine übersichtliche Mischung aus Kick, Snare, Hihat und zwei Blechen, diversem Stock-und Auflagenmaterial, die maßgebliche Steuerung der elektronischen Facetten findet links von der Hihat auf dem Pedaltrain statt; dieses Effekt-Brett „rastet“ auf einem (mittlerweile acht Höheneinheiten hohen SKB) Rack ein und klettet folgenden Möglichkeiten an sich: Delay Spielereien, Reverb-Shot, Clap On/Off, Ableton-Fernbedienung.

Jetzt zum elektrischen Signalfluss unter der Lupe:
* Snaretrigger
Auf dem Snare-Rim klemmt ein Roland Trigger (RT-10T), der bei jedem Snare-Schlag zunächst im Simmons MTX-9 ein Handclap-Sample, anschliessend (weil durchgeschliffen) im Tama Drumsynth (Techstar TS-206) einen längeren, rauschenden Ton erzeugt. Der Clap lässt sich mit dem Volumenpedal zuschalten, der Tama-Ton driftet permanent in einen laaaangen Echoraum (Alesis Microverb II), wird aber nur durch Drücken des grünen Knopfes nach draussen geschickt, um dort als „Reverb-Shot„ einen Bezug zum Dub-Genre zu schaffen.
*Kicktrigger
Auch die Bassdrum hält einen Roland-Trigger (RT-10K). Dieser generiert eine fetten Analogsound im zweiten Kanal des TS-206, der durch Aufdrehen des Volume-Potis zugemischt werden kann.
*Mikrofon
Das Snare-Mic wird auf dem Boden durch den EHX Vocoder vorverstärkt, gelangt von dort über einen On/Off-Fuss-Schalter (die Little Lehle A/B Box links neben des Hihatpedals) ins Line6 DL-4 Delay. Dort wird das Signal getappt und/oder verdreht, gegebenenfalls auch (mit dem roten Knopf) gemutet/gecuttet.
Als besonderes Schmankerl aktiviere ich den Vocoder (der einen geloopten Akkord aus dem Ableton geschickt bekommt), worauf hin die Echo-Wiederholungen nun auch Harmonien transportieren.
*Midi Controller
Die Ableton-Live-Software (Version 7) auf dem abseitig positionierten 13″ Mac Book Pro ist das Tonträgerherz und wird mit einem Novation Launchpad ferngesteuert. Hier habe ich mir eine USER-1 Seite mit diversen Tools zusammengestellt (schau!), um spontan und DJ-like ein paar schöne Tracks vermischen zu können. Die so entstehende Stereosumme, ein intelligent mitlaufender Clicktrack, sowie der Extra-Kanal für den Vocoder werden mit einem Motu Traveler verteilt.
*Mischpult
Schlussendlich liegen an meinem Behringer-Rackmixer RX-1602 fünf Kanäle für den finalen Publikums-Mix an: Ableton-Summe, e-Kick, Handclap, Reverb-Shot, Echo.

Jetzt noch einen herzlichen Dank an Manuela Müller für die erläuternde Fotografie und an Andrea für ihre Photoshop-Sprechblase:

PS:  meine „Joy Division Reminiszenz“ hat jetzt auch olfaktorische Qualitäten; denn das politisch korrekte Meerwasserspray war leider zu leise, so dass ich notgedrungen die Dose mit dem Billig-Deo einsetzen MUSSTE… Sorry, Sorry an alle Versuchskanninchen: nächstes mal gibt’s was nach Patrick Süßkind’s Geschmack!

PPS: wer ebenso wie ich Oliver Mann’s Workshop zum Thema „Internet Marketing für Schlagzeuger“ verpasst hat, kann sich seine Zusammenfassung hier durchlesen.